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Migrantenpfarrer Solalinde mit neuer Aufgabe

Der wegen seines Einsatzes für die Rechte von Einwanderern bekannte mexikanische Pfarrer Alejandro Solalinde übernimmt eine neue Aufgabe. Er werde künftig nicht mehr die von ihm gegründete Flüchtlingsherberge in Ixtepec im Bundesstaat Oaxaca leiten, kündigte er laut einem Bericht der Tageszeitung "Milenio" an. Bereits vor sechs Monaten habe er die Leitung in die Hände seines Stabes übergeben.

Im November will sich Solalinde demnach einer neuen pastoralen Aufgabe widmen. Er werde künftig viel unterwegs sein und sich auf seiner Wanderschaft um den Schutz der Menschenrechte von Migranten ohne gültige Papiere kümmern.

Zugleich kritisierte Solalinde laut dem Bericht die mexikanische Kirche; sie habe ihm nicht die notwendige Rückendeckung für seine Arbeit in Ixtepec gegeben. Die Kirchenleitung fürchte Geistliche wie ihn, die sich wie ein Stein im Schuh anfühlten, weil sie unbequeme Dinge täten.

Illegale Einwanderer aus Lateinamerika, die versuchen, über Mexiko in die USA zu gelangen, sind bevorzugte Opfer der Drogenmafia. Die Kartelle zwingen Migranten zu Drogenhandel und Prostitution. Verweigern sie die Mitarbeit, wird ihnen mit Mord gedroht. Als Reaktion gründete Solalinde die mittlerweile international bekannte Herberge für Migranten mit dem Namen "Hermanos en el Camino" (Brüder auf der Reise). Er erhielt von mehreren kriminellen Banden Morddrohungen.

In dieser Woche wird beim Festival der Menschenrechte in Mexiko-Stadt (23. bis 30. August) ein mit Spannung erwarteter Dokumentarfilm mit dem Titel "El Albergue" (Die Herberge) der Autorin Alejandra Islas gezeigt. Amnesty International Mexiko hat die Produktion des Films unterstützt.

Quelle: KNA