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Michoacán: Entführter Gemeindeführer tot aufgefunden

Der bei einem bewaffneten Überfall auf eine Beobachtermission der Friedensbewegung „Movimiento por la Paz con Justicia y Dignidad“ (MPJD) entführte Trinidad de la Cruz Crisóforo ist knapp 24 Stunden später von Angehörigen der Bundespolizei tot aufgefunden worden. Der Körper des Getöteten wies vier Einschüsse und Folterspuren auf, heißt es in lokalen Presseberichten. So sei das linke Ohr des 73-Jährigen fast abgetrennt gewesen.

Bewaffneter Überfall auf Friedenskarawane

Trinidad de la Cruz Crisóforo war einer der Gemeindeführer der indigenen Nahua-Gemeinde Ostúla (Michoacán), die nach langen Jahren die Rückgabe von indigenen Territorien bei Xayakalan erreicht hatte. Der meist als "Don Trino" bekannte Gemeindeführer hatte am 28. November bei einer Versammlung mit Angehörigen der Marine, der Bundespolizei und der Landesregierung des Bundesstaates Michoacán erreicht, dass sich diese Behörden verpflichteten, die Teilnehmer der Friedenskarawane nach Ostula zu schützen.

Als die Karawane am 6. Dezember das Gebiet Xayakalan verlassen habe, sei jedoch der Konvoi der Bundespolizei verschwunden und wenige Minuten später Paramilitärs aufgetaucht. Diese hätten laut Presseberichten zunächst alle zwölf Teilnehmer der Mission in ihre Gewalt gebracht, später jedoch alle bis auf Don Trino wieder freigelassen.

Zweiter Mord

Erst am vergangenen 6. Oktober war der 34-jährige Gemeindeführer Pedro Leyva Domínguez, der Mitglied der „Kommission zur Verteidigung der Kommunalen Güter von Sta. María Ostula“ und ebenfalls Mitglied der Friedensbewegung MPJD war, ermordet worden.

Seit 2009 bis heute sind 28 Personen bei dem Landkonflikt zwischen kleinbäuerlichen Siedlern und der indigenen Gemeinde ums Leben gekommen, vier Personen werden vermisst. Die Interamerikanische Menschenrechtskommission hatte deshalb die mexikanische Regierung aufgefordert, den Verbleib der Vermissten zu klären und Schutzmaßnahmen für die Gemeindeführer angeordnet. (bh)