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Mexikanischer Priester will trotz Todesdrohung weiterarbeiten

Der mexikanische Migranten-Priester Alejandro Solalinde will trotz Todesdrohungen zurück in sein Heimatbistum. "Das Risiko ist groß, real und die Situation delikat. Aber ich habe keine Angst und werde niemals aufgeben", sagte der katholische Geistliche laut der Zeitung "El Economista" (Dienstag). Im Mai hatte er auf Drängen von Menschenrechtsorganisationen und der Kirchenleitung das Land verlassen. Solalinde bezichtigte mexikanische Politiker, mit der Drogenmafia zusammenzuarbeiten und ein Kopfgeld von umgerechnet 300.000 Euro auf ihn ausgesetzt zu haben.

Solalinde wolle wieder die Leitung seiner Anlaufstelle für in Schwierigkeiten geratene illegale Einwanderer übernehmen, so "El Economista". Die mexikanische Staatsanwaltschaft habe vier Personenschützer für den Priester abgestellt. Unterdessen kritisierte Alberto Herrera, Mexiko-Direktor von Amnesty International, die schleppende behördliche Untersuchung der Anschlagsdrohungen. Deren Urheber seien noch immer nicht ausfindig gemacht, so Herrera.

Solalinde hatte nach den Morddrohungen Vorwürfe gegen den früheren Gouverneur des Bundesstaates Oaxaca, Ulises Ruiz, und den Ex-Regierungschef von Veracruz, Fidel Herrera, erhoben. Diese hätten ein Klima für Gewalt geschaffen. Beiden Politikern sei sein Engagement für illegale Einwanderer ein Dorn im Auge.

Solalindes Hilfezentrum "Hermanos en el Camino" unterstützt Migranten aus Mittel- und Südamerika. Im Bundesstaat Oaxaca organisierte der Priester eine Unterkunft für Einwanderer auf der Durchreise in die USA, um ihnen einen sicheren Schlafplatz zu bieten und sie vor dem Zugriff der Drogenmafia zu schützen.

Quelle: KNA