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Menschenrechte in der Krise

Die mexikanische Sektion der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hält die Sicherheitspolitik des mexikanischen Staates für gescheitert. Das erklärte der Direktor von Amnesty Mexiko, Alberto Herrera gegenüber der Nachrichtenagentur Púlsar.

Laut einer Zählung der Organisation lägen in den Leichenschauhäusern des Landes noch über 8.000 unidentifizierte Leichen. Dies zeige, dass die Behörden mit den Konsequenzen der Politik der öffentlichen Sicherheit fahrlässig umgingen.

Kritik an Waffenhandel mit den USA

Zudem kritisierte Herrera eine fehlende Kontrolle beim Waffenhandel zwischen den USA und Mexiko. Nach neuesten Erkenntnissen der Behörde für Drogen und Waffen des US-Justizministeriums stammen 70 Prozent der zwischen 2009 und 2010 in Mexiko sichergestellten Waffen aus den USA.

Der Direktor von Amnesty beschuldigte die US-Regierung, dieses Vergehen zu unterstützen. Er forderte sie zudem auf, die Finanzierung zu überprüfen, die Mexiko für seine Sicherheitsbelange aus den USA erhält. Diese Finanzierung sollte den Belangen der Menschenrechte untergeordnet werden.

Nach offiziellen Angaben hat der sogenannte Krieg gegen den Drogenhandel, der von Präsident Felipe Calderón 2006 begonnen wurde, seitdem 60.000 Todesopfer gefordert. In diesem Zusammenhang war die Armee in Regionen des Landes entsendet worden, in denen die Polizei ineffizient war oder sich mit kriminellen Banden verbündet hatte.

Quelle: poonal/púlsar