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Mehr als die Hälfte der mexikanischen Kinder sind arm

Mehr als 21 Millionen mexikanische Kinder wachsen in Armut auf. Das geht aus einer kürzlich vom Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und dem Nationalen Rat für die Evaluation der Politik der Sozialen Entwicklung (CONEVAL) veröffentlichten Studie über Kinder- und Jugendarmut hervor. Die Untersuchung bezieht sich auf den Zeitraum 2008-2010. Mitte des Jahres sollen die Ergebnisse für den Zeitraum 2010-2012 vorgestellt werden.

Demnach waren 53,8 Prozent der mexikanischen Kinder von Armut betroffen. Nur jedes zehnte Kind wächst ohne Armut auf. Mehr als zwölf Prozent – mehr als fünf Millionen Kinder – leben zudem in extremer Armut.

Regierung muss gegen Jugendarbeitslosigkeit angehen

“Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Kinderarmut in dauerhafte Armut wandle und an die nächste Generation weitergegeben werde, sei höher als bei Erwachsenenarmut“, warnte die UNICEF-Beauftragte für Mexiko, Isabel Crowley, bei der Präsentation der Studie Anfang April. Jungen und Mädchen seien nicht unterschiedlich stark von Armut betroffen, so Crowley, allerdings seien von Jugendlichen und jungen Erwachsenen geführte Haushalte häufiger arm. Daher sei es besonders wichtig, die Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bezeichnete die Verhältnisse als „inakzeptabel“. Die Regierung müsse mehr tun, um Hunger und Armut zu bekämpfen und dabei auch die Zivilgesellschaft und die Betroffenen einbinden. Dafür sei der Respekt vor den Menschenrechten unabdingbar, unterstrich Amnesty Mexiko. (bh)