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Mehr als 2.000 Angriffe auf Menschenrechtler

Über 23 lateinamerikanische Menschenrechtsorganisationen haben am 29. März bei der turnusmäßigen Sitzung der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte (CIDH) in Washington die Zunahme gewaltsamer Übergriffe auf Menschenrechtsverteidiger angeklagt.

Die Bedrohungssituation der Menschenrechtler sei alarmierend, erklärten die Organisationen aus ganz Lateinamerika. Ursache seien fortgesetzte Angriffe durch staatliche Akteure oder die Duldung von Angriffen von Dritter, wie beispielsweise von Paramilitärs. Hinzu kämen neue Formen der Gewalt seitens krimineller Banden und von Unternehmen. Zunehmend seien Geheimdienste in die Angriffe verwickelt. Die Organisationen forderten von der CIDH die Bildung eines speziellen Referats für Menschenrechtsverteidiger. Zudem müssten die Staaten gemahnt werden, ihre Politik so auszurichten, dass die Sicherheit der Menschenrechtler gewährleistet ist.

Mehr als 2.000 Anzeigen allein in Guatemala und Kolumbien

Während die UNO zwischen 2004 und 2009 nur 146 Anzeigen wegen Bedrohung von Menschenrechtsaktivisten gezählt hat, ist die Lage nach Ansicht der Organisationen weitaus schlimmer. Sie zählten über 2.000 Angriffe auf Menschenrechtler. Zwischen 2002 und 2009 seien allein in Kolumbien mehr als 1.000 Aktivisten angegriffen worden. Sie seien bedroht, willkürlich verhaftet oder auch gefoltert worden. Allein 2010 seien 32 Menschenrechtsaktivisten umgebracht worden.

In Guatemala hatten die Organisationen zwischen 2007 und 2010 demnach 1.072 Gewalttaten registriert, davon 45 Morde. 98 Prozent der Taten blieben dort straffrei. In Honduras seien seit dem Putsch von 2009 mindestens 50 Menschenrechtsverteidiger ermordet worden. (bh)

Quelle: Adital