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Mara-Banden unterzeichnen Friedensabkommen

Unter Vermittlung des honduranischen Weihbischofs der Diözese San Pedro Sula und in Gegenwart von Adam Blackwell, Sicherheitsexperte der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) unterzeichneten die Mara-Banden „Mara Salvatrucha“ (MS-13) und „Pandilla 18“ gestern ein Friedensabkommen. Ziel sei ein Ende der Gewalt und die Reintegration der Bandenmitglieder in die Gesellschaft, zitiert die Nachrichtenagentur TeleSur einen Vertreter von MS-13.

Bischof Rómulo Emiliani erklärte der honduranischen Zeitung “El Heraldo”, die Angelegenheit sei kompliziert und die Gespräche kämen nur langsam voran. Bisher fehlten noch klare Aussagen beider Banden, worin der Waffenstillstand konkret bestehe, auch wenn der Wunsch nach einem „Ausstieg“ stark sei. Seiner Ansicht nach seien mindestens zwei Generationen nötig, um die Reintegration der Bandenmitglieder in die Gesellschaft zu erreichen.

Waffenhandel, Auftragsmord, Entführungen

Nach Angaben der honduranischen Kriminalpolizei agieren die Banden in 244 Stadtvierteln und Siedlungen in 14 Städten des Landes. Deren Mitglieder seien laut einer Studie zwischen 20 und 30 Jahre alt, obwohl die meisten zwischen elf und 20 Jahren eintreten. Rund 97 Prozent aller, die einer kriminellen Bande angehören, sind in den Banden Pandilla 18 und MS-13 organisiert. Vor allem Waffenhandel, Drogenhandel, Erpressung, Raub, Entführung und Auftragsmorde gehen auf das Konto der Gruppen. Insgesamt haben die international organisierten Banden mehr als 70.000 Mitglieder, vor allem in den USA, Guatemala, El Salvador, Honduras und Mexiko.

Auf getrennten Pressekonferenzen in San Pedro Sula erklärten Anführer beider Gruppen, es handele sich um eine „Waffenruhe vor Gott, den Behörden und der Gesellschaft“. Die Banden fordern Gespräche mit Präsident Porfirio Lobo, der seine Unterstützung für die Übereinkunft erklärt hatte.

Ähnliches Projekt in El Salvador hat großen Erfolg

Eine ähnliche Übereinkunft mit Mara-Banden wurde 2012 in El Salvador getroffen. Dies führte laut offiziellen Angaben im ersten Quartal dieses Jahres zu einem Rückgang der Gewalt um 50 Prozent. Honduras hat die höchste Mordrate der Welt. Dort werden durchschnittlich 85 von 100.000 Einwohnern ermordet. Besonders hoch ist die Zahl in San Pedro Sula. Im Jahr 2011 wurden dort laut der Organisation „Seguridad, Justicia y Paz“ 159 von 100.000 Einwohnern ermordet. (bh)