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Mapuche-Indianer seit einer Woche im Hungerstreik

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ist in großer Sorge um 20 politische Gefangene in Chile. Die Mapuche-Indianer befinden sich seit einer Woche in Haftanstalten der Städte Concepción und Temuco in einem unbefristeten Hungerstreik, um gegen ungerechte Prozessführung und manipulierte Anklagen zu protestieren. Außerdem wollen sie so auf die verzweifelte Situation ihres Volkes aufmerksam machen.

Die indianischen Bürgerrechtler sind nach dem berüchtigten Anti-Terrorismus-Gesetz, das noch aus der Zeit der Pinochet-Diktatur stammt, wegen Landrechtsauseinandersetzungen angeklagt und sollen vor ein Militärgericht gestellt werden. Dieses Anti-Terrorismus-Gesetz ermöglicht eine extrem lange Untersuchungshaft von bis zu zwei Jahren. Die UN hatten die Anwendung dieses Gesetzes zur Strafverfolgung von Mapuche bereits nachdrücklich verurteilt.

"Die Hauptforderungen der 20 Gefangenen, die zum Teil schon seit 18 Monaten in Untersuchungshaft sitzen, sind die Abschaffung des Anti-Terrorismus-Gesetzes, die Einstellung aller Militärgerichtsprozesse gegen Mapuche und die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen", sagte die GfbV-Referentin für indigene Völker, Yvonne Bangert, am Montag in Göttingen.

Im vergangenen Jahr kamen in Auseinandersetzungen um heute von Landbesitzern oder Holzkonzernen genutztes Mapuche-Land sogar zwei junge Indianer durch Polizeikräfte ums Leben. Die Mapuche stellen mit 650.000 Angehörigen das größte Ureinwohnervolk Chiles.

Quelle: GfbV (Gesellschaft für bedrohte Völker)