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Literaturnobelpreisträger kritisiert Medien

Wenige Tage vor der entscheidenden Stichwahl um das Präsidentenamt am 5. Juni hat Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa die Rolle der Medien kritisiert und Position für den Linksnationalisten Ollanta Humala bezogen. Llosa, der die Alternative zwischen den beiden Kandidaten Humala und der Tochter von Ex-Präsident Alberto Fujimori nach dem ersten Wahlgang Mitte April noch als Wahl zwischen „Krebs und Aids“ bezeichnet hatte, verurteilte am Dienstag die „Manipulation der Information“ durch die wichtigsten Medien des Landes.

"Propagandamaschine der Kandidatur Fujimoris“

Pate für die Parteinahme der Medienkonzerne zugunsten der Kandidatin von „Fuerza 2011“ sei die Tageszeitung „El Comercio“, so Vargas Llosa. „Die Zeitung hat sich in eine Propagandamaschine der Kandidatur Fujimoris“ verwandelt mit dem Ziel, den „Sieg von Ollanta Humala mit allen Mitteln zu verhindern“, schrieb Vargas Llosa in einem Brief an den Herausgeber der Tageszeitung Fransisco Miró Quesada. Die spanische Tageszeitung „El País“, Medienpartner von „El Comercio“, forderte er auf, keine Beiträge von ihm mehr an das Blatt weiterzureichen.

"Hinterlistige Regierungspläne"

Ohne namentliche Bezugnahme auf den Literaten antwortete das angegriffene Blatt in einer Kolumne. „Wenn Ollanta Humala in der Stichwahl gegen den ausgeschiedenen Kandidaten Alejandro Toledo angetreten wäre, hätten all diejenigen, die sich jetzt um ihn scharen und für seine Wahl scheinheilig die Werbetrommel rühren, nicht nur „El Comercio“, sondern alle Medien für ihre Kritik an Humalas hinterlistigen Regierungsplänen gelobt“, so der blatteigene Polit-Kolumnist Juan Paredes Castro. Nach einem TV-Duell zwischen Fujimori und Humala hatte sich der Sohn des Literaturnobelpreisträgers und Journalist Álvaro Vargas Llosa ebenfalls für die Wahl Humalas ausgesprochen. (bb)