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Lehrer streiken und demonstrieren seit Tagen

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In Costa Rica soll das Budget für Bildung gekürzt werden, vor allem in der dualen Berufsausbildung. Foto (Symbolbild): Lehrerin einer weiterführenden Schule in Guatemala.

In Zentralamerika befindet sich die Bildungspolitik in mehrereren Ländern derzeit in einer tiefen Krise. Wie Blickpunkt Lateinamerika berichtete, sind Teile von Honduras bereits seit Wochen im Ausnahmezustand, da Lehrer und auch Ärzte ihre Arbeit niedergelegt haben. Nun gehen auch die Lehrkräfte Costa Ricas auf die Barrikaden. Sie befinden sich ebenfalls seit drei Tagen im Streik, und bereits vor rund einer Woche gab es einen Protestmarsch in der Hauptstadt San José, an dem tausende Ticos teilnahmen.

Organisiert werden die Proteste von der größten Bildungsgewerkschaft des Landes APSE. Sie richten sich vornehmlich gegen eine geplante Budgetkürzung im Bereich der weiterführenden Bildung. Besonders betroffen ist bei den Plänen der Regierung von Präsident Carlos Alvarado Cesada der Sektor der dualen Bildung, der mit dem deutschen Ausbildungssystem zu vergleichen ist. Die Gewerkschaft sieht darin die Gefahr, dass in Costa Rica die Qualität der Abgänger massiv sinken wird. Wie auch in Honduras soll außerdem eine unabhängige Expertenkommission zur Überwachung der Bildung gegründet werden.

Bildung als Säule der Verfassung

Die Bildung ist in Costa Rica ein ganz besonderes Thema. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Militärausgaben gestrichen und stattdessen in Bildung und Gesundheit investiert. Daher sehen die Gewerkschaftsführer in den jüngsten Reformplänen eine Bedrohung dieser in der Verfassung verankerten Säule.  Darüber hinaus verstoße der Plan des Präsidenten gegen die Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Die Präsidentin von APSE, Mélida Cedeño, rief außerdem dazu auf, dass die Proteste nicht kriminalisiert werden sollten, da auch der Streik ein Grundrecht der Bürger des mittelamerikanischen Landes sei.

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