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Lehrer besetzen Botschaften in Mexiko-Stadt

Mehrere hundert Lehrer aus dem ganzen Land haben am Dienstag, 27. August, verschiedene Botschaften in Mexiko-Stadt besetzt. Sie protestieren mit dieser Maßnahme gegen die von Präsident Enrique Peña Nieto im Februar angekündigte Bildungsreform. Isabel Davila Ribera von der Nationalen Koordination Bildungsangestellter (CNTE) sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Efe, dass die Regierung bisher nicht zu Verhandlungen bereit gewesen ist: „ Diese Proteste hätten verhindert werden können, aber die Regierung hört uns nicht zu und somit bleibt uns lediglich die massive Mobilisierung“. Die Blockierung der Botschaften ist eine von vielen Protestmaßnahmen, die die Lehrer in den vergangenen Wochen ergriffen haben. Erst letzte Woche protestierten Lehrer aus Oaxaca in der mexikanischen Hauptstadt.

Die Lehrer wehren sich vor allem gegen die durch die Reform vorgesehene Überprüfung ihrer Leistungen. In Zukunft soll laut Gesetzesvorschlag sowohl die Besetzung von Stellen als auch die Beförderung und Bezahlung leistungsabhängig entschieden werden. Bisher sind viele Lehrerposten in Mexiko mehr oder weniger vererbt worden oder über Kontakte innerhalb der mächtigen Lehrergewerkschaft vergeben worden. Weiterhin fühlen die Lehrer sich bei der genauen Ausformulierung der Bildungsreform übergangen und fordern ein Mitspracherecht.

Zum Ende des Protestages am Dienstag verkündetet die CNTE, dass es zu Gesprächen mit mehreren Parteien der Abgeordnetenkammer gekommen sei. Nach mehrstündigen Gesprächen habe man sich darauf geeinigt, eine Verhandlungsgrunde einzuberufen, an der insgesamt 14 Abgeordnete und sieben Senatoren teilnehmen werden. (aj)