Bolivien |

Land für Ind?­genas

Boliviens Guaraní-Indígenas erhalten Land. Laut lokaler Medien hat die staatliche Agrarbehörde INRA die Verteilung von rund 24.000 Hektar Grund und Boden an die indigenen Tieflandbewohner von Alto Parapetí im Departamento Santa Cruz de la Sierra bekannt gegeben. Die Flächen werden den umliegenden Guaraní-Gemeinden zugeteilt, deren 19 Gemeinschaften rund 3.500 Familien zählen.

Die Ländereien gehörten zuletzt den Großgrundbesitzern der Latifundisten-Familien Larsen und Chávez, welche die Ländereien zum Großteil während der Militärdiktatur des deutschstämmigen Diktators Hugo Banzer in den 1970iger Jahren aus Staatsbesitz übertragen bekommen hatten. Die neue Verfassung des Andenlandes knüpft privaten Landbesitz an die Erfüllung einer »wirtschaftlich-sozialen Funktion« (FES). Die Überprüfung des Großgrundbesitzes durch INRA, gegen die sich die Eigentümer teils mit Waffengewalt widersetzt hatten, habe diese Bedingung nicht feststellen können, so die Behörde.

»Auf diesen Grundstücken wurden die menschlichen Grundrechte missachtet, die Freiheit der Arbeiter auf den Haziendas wurde beschränkt«, erklärte INRA-Direktor Juan Carlos Rojas gestern die Eigentumsübertragung. Die INRA-Kontrolleure hätten »Ausbeutung der Arbeitskraft von Erwachsenen und Kindern« sowie die »Nichtauszahlung von Löhnen, Abgeltung in Gütern oder Bezahlungen unter dem nationalen Mindestlohn« festgestellt, so Rojas. (bb)