Kolumbien |

Kritik und Unterstützung für Gespräche mit FARC

Tausende kolumbianische Indigene haben in der Landeshauptstadt Bogota ihre Unterstützung für die Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und der linksgerichteten Guerilla-Organisation FARC zum Ausdruck gebracht. Laut einem Bericht der Tageszeitung "El nuevo dia" ging der Demonstrationszug am 22. April von der Nationalen Universität zum "Plaza Bolivar". Bogotas Bürgermeister Gustavo Petro, ein ehemaliger Guerilla-Kämpfer, sagte bei einem Treffen mit den Demonstranten: "Eher früher als später werden wir an dieser Stelle Millionen Menschen treffen, um den Frieden zu feiern."

Ein mögliches Friedensabkommen zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC könnte nach Einschätzung des zuständigen Polizeigenerals Jose Roberto Leon in dem südamerikanischen Land zu einer spüren Reduzierung des Drogenhandels führen. Leon sagte in einem Interview, die FARC sei in etwa 60 Prozent des kolumbianischen Drogenhandels involviert.

Kritik an den Friedensverhandlungen übte Francisco Santos Calderon. Der ehemalige Vizepräsident unter Alvaro Uribe Velez warf der Staatsanwaltschaft und dem amtierenden Präsidenten Juan Manuel Santos vor, einen möglichen Frieden mit der FARC mit einer Straflosigkeit für die Rebellen zu bezahlen. Calderon möchte als Kandidat des konservativen Lagers bei den Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr kandidieren.

Die Friedensgespräche zwischen der FARC und der Regierung begannen Mitte Oktober in Oslo und werden seitdem in Etappen in Havanna fortgesetzt. Kolumbiens Unterhändler stellten in Aussicht, die FARC nach einer Einigung als politische Partei anzuerkennen. Die FARC entstand 1964. Mit rund 9.200 Kämpfern ist sie die größte lateinamerikanische Rebellenorganisation. Ihr werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Die EI stuft sie als Terrororganisation ein.

Quelle: KNA