Kolumbien |

Korruptionsskandal im Gesundheitswesen

Nachdem Präsident Santos am vergangenen 2. Mai Informationen über einen Korruptionsskandal im Gesundheitswesen bestätigte, forderten soziale Organisationen und Gewerkschaften in einem kürzlich veröffentlichten Aufruf eine grundsätzliche Änderung des bisherigen Modells.

Mindestens vier Millionen Peso (ca. 1,5 Millionen Euro) wurden hinterzogen. Das ist der größte veruntreute Betrag, der im Gesundheitswesen je bekannt geworden ist. In den Skandal sind Beamte des Ministeriums für Soziale Sicherheit verwickelt, die in den 1993 geschaffenen Institutionen zur Gesundheitserziehung (EPS) arbeiten und die Mittel für Gesundheitsprogramme verwalten. Fünf Personen sind bereits verhaftet worden.

Überteuerte Rechnungen und fingierte Ausgaben

Die Angestellten kassierten unter anderem wurde doppelt für Serviceleistungen, stellten um 400 Prozent überzogene Rechnungen für Medikamente aus, benutzten die Namen von bereits verstorbenen Patienten und kamen für Kosten auf, die im Rahmen des Gesundheitssystems nicht erstattet werden, wie Fußballausrüstungen, Hotelkosten, Auslandsreisen.

Die Unterzeichner des Aufrufs rufen für den 24. Mai zu einer Demonstration auf, um ihrer Forderung nach einem kompletten Umbau des Gesundheitssystems Nachdruck zu verleihen. Es sei wichtig, dass der Mittelfluss künftig einer besseren sozialen und rechtlichen Kontrolle unterliege. Die Organisationen plädieren zudem für die Abschaffung von Mittlerorganisationen, welche bisher unter anderem Administrationsaufgaben und Mittelverwaltung übernommen hatten. (bh)

Quelle: Adital