Kolumbien |

Kommunalwahlen von Gewalt überschattet

Die Kommunalwahlen am Sonntag in Kolumbien werden von einer heftigen Gewaltwelle überschattet. Seit dem Beginn des Wahlkampfs im Februar dieses Jahres wurden 41 Politiker, die als Kandidaten antreten wollten, umgebracht. Dies hat die Wahlbeobachtungsmission (EOM) gestern in Bogota bekannt gegeben. Nach Angaben der Organisation sei die Zahl der Mordopfer im Vergleich zu den letzten Kommunalwahlen im Jahr 2007 um 52 Prozent gestiegen. EOM dokumentierte weiterhin 88 Fälle von Drohungen gegen Politiker, 23 versuchte Morde sowie sieben Entführungen. Insgesamt wurden 159 Akte politischer Gewalt verzeichnet.

Militär und Polizei sollen für Sicherheit sorgen

Der kolumbianische Präsident kündigte an, die Durchführung der Wahlen mit einer erhöhten Polizei- und Militärpräsenz garantieren zu wollen. Die Regierung habe landesweit 300.000 Sicherheitskräfte für den Einsatz in den 95.000 Wahllokalen mobilisiert. „Die Kolumbianer können sicher sein, dass unsere Sicherheitskräfte dafür sorgen werden, dass unsere Demokratie am Sonntag funktionieren wird“, verkündete Santos.

32 Millionen Kolumbianer sind am Sonntag dazu aufgerufen, mit ihrer Stimme 1.102 Buergermeister, 32 Gouverneure, 12.063 Stadträte, 418 Abgeordnete und 4.627 Gemeinderäte für die nächste Amtsperiode zu bestimmen. Experten sehen die Wahlen neben der Gewalt durch das organisierte Verbrechen außerdem durch Korruption und Bestechung gefährdet. (aj)