El Salvador |

Kleine Fischer fordern exklusive Fangzone

El Salvadors Fischer verlangen zum dritten Mal innerhalb der letzten zehn Jahre eine Reform des Fischereigesetzes, das ihnen die alleinige Nutzung des Meeres in Küstennähe gestattet.

Sie werfen den größeren Garnelenfangflotten vor, mit ihren Schleppnetzen die Artenvielfalt in den Küstengewässern und somit Existenzen zu zerstören.

Hinter der Forderung nach einem Exklusivrecht stehen die Verbände Fecopaz und Facopades. Abgeordnete der linksgerichteten Regierungspartei Nationale Befreiungsfront Farabundo Martí (FMLN) haben die Vorlage inzwischen an den Parlamentsausschuss für Umwelt und Klimawandel weitergeleitet. Sie soll noch in diesem Monat diskutiert werden.

Unterstützung der Abgeordneten gefordert

"Wir wollen, dass die Abgeordneten für die Mehrheit der kleinen Fischer und gegen die Minderheit der großen Industrieunternehmer stimmen", erläutert Norberto Moreno, Vorsitzender der Vereinigung der Fischereikooperativen von San Diego Acoppsemdi.

Etwa 30.000 salvadorianische Fischer leben von dem, was das Meer in Küstennähe hergibt. Hinzu kommen 20 Fischereiunternehmer, die ebenfalls in den Küstenwässern mit ihren 35 Garnelenboote unterwegs sind. Einst war die Garnelenfischerei ein lukratives Geschäft. Doch inzwischen befindet sich der Industriezweig im freien Fall.

Garnelenexportgeschäft rückläufig

2003 brachten die salvadorianischen Garnelenexporte 10,8 Millionen US-Dollar ein. Im Jahr darauf waren es nur noch fünf Millionen und 2007 ganze 800.000 Dollar. Nach Angaben der Salvadorianischen Kammer für Fischerei und Aquakultur (Campac) werden die Garnelen zu 70 Prozent von kleinen Fischern gefangen, die nach eigenen Angaben lediglich 20 Prozent erbeuten.

Die industrielle Fischerei wurde vor einigen Jahren von einigen einflussreichen Familien wie den Baldocchi und den Wright kontrolliert. Diese haben sich jedoch seit dem Rückgang der US-Nachfrage nach Garnelen aus dem Geschäft zurückgezogen.

Fischer kritisieren den Gebrauch von Schleppnetzen

Den verbliebenen Garnelenflotten ist der Einsatz von Schleppnetzen seit 2001 untersagt, allerdings nur in den Meeresschutzgebieten, vor den Stränden von Garita Palmera und Barra de Santiago im Westen des Landes, im Mündungsgebiet des Flusses Lempa und in den zentralen Küstengewässern vor Jiquilisco und Cordoncillo

Der Vorwurf der kleinen Fischer, dass die Garnelentrawler mit ihren Schleppnetzen eine Gefahr für die lokalen Fischbestände darstellen, wird von der Welternährungsorganisation FAO bestätigt. So habe der Einsatz von Schleppnetzen zumindest in zwei Zeiträumen – von 1960 bis 1984 und von 1996 bis 2007 – zu einem Fischrückgang geführt, heißt es in einem Bericht. In der zweiten Periode beliefen sich die durch unerwünschten Beifang verursachten Verluste auf 10.000 Tonnen Fisch.

Streit um Beifang

Norberto Moreno zufolge wird der Beifang zu 90 Prozent weggeworfen, was der Campac-Vorsitzende Baldemar Arnecke bestreitet. Vielmehr werde der Beifang zu 90 Prozent den Fischern überlassen, die mit ihren Booten die Arbeit der Garnelenfischer unterstützten. "Wir sprechen von 14.000 solcher Morrayeros, die die Bevölkerung mit preiswertem Fisch versorgen ", sagt Arnecke. "Wir sind in diesem Film nicht die Bösen, sondern Vorbilder, was den Einsatz von Schildkröten-schonenden Fangvorrichtungen angeht."

Arnecke zufolge würde schon ein Fangverbot in einer Zone jenseits von drei Seemeilen zum Zusammenbruch der Garnelenindustrie führen. Dadurch würden 4.000 direkte und 2.000 indirekte Arbeitsplätze verloren gehen und die 14.000 Morrayeros nicht länger mit kostenlosem Fisch versorgt werden, warnte er.

Einige Länder der Region haben ihre Hoheitsgewässer indes in Zonen eingeteilt. Chile zum Beispiel überlässt den kleinen Fischern eine Fünf -Meilen-Zone in Küstennähe, wie dies auch ihre Kollegen in El Salvador fordern.

Autor: Edgardo Ayala (IPS)