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Kirchner betont Anspruch auf die Malvinas vor den UN

Die argentinische Präsidentin Christina Kirchner hat vor dem Komitee zur Dekolonialisierung der Vereinten Nationen (UN) nochmals den Anspruch des südamerikanischen Landes auf die Falklandinseln betont. Es war das erste Mal in der Geschichte der UN, dass ein Staatschef persönlich vor dem Komitee gesprochen hat. Kirchner rief die Regierung Englands vehement dazu auf, sich an einen Tisch zu setzen und die Frage der Souveränität über die Falklandinseln- Malvinas wie sie in Argentinien genannt werden- zu klären.

An der Tagung des Komitees, die einberufen wurde, um das Ende des Krieges vor 30 Jahren zu würdigen, nahmen auch Repräsentanten der Bevölkerung der Malvinas teil. Der Abgesandte Mike Summers verdeutlichte, dass die Bewohner der Inselgruppe sich das Recht vorbehalten möchten, ihre Beziehung zum Vereinten Königreich intakt zu halten. Außerdem berief er sich stellvertretend für die Bevölkerung der Malvinas auf das Recht der Selbstbestimmung. Auf den Malvinas soll im kommenden Jahr ein Referendum darüber abgehalten werden, ob die Menschen dort lieber zu England oder zu Argentinien gehören möchten. „Das Recht auf Selbstbestimmung ist ein universelles Menschenrecht und wir hoffen, dass das Komitee sich nicht auf Großbritannien oder Argentinien fokussiert, sondern auf das Wohl der Falkländer“, so Summers.

Ende des Konflikts nicht absehbar

Der Konflikt um die Malvinas dauert bereits mehrer Jahrzehnte an. Im April 1982besetzten mehrere hundert argentinische Soldaten die zu Großbritannien gehörigen Falklandinseln um so das Gebiet zu erobern. Dies war der Auftakt zu einem vier Monate andauernden Krieg, aus dem die europäische Großmacht schließlich als Sieger hervorging. Der bewaffnete Konflikt forderte mehr als 1.000 Menschenleben und bis heute belastet er die Beziehung der beiden Länder. Besonders vor dem Hintergrund des 30. Jahrestages des Krieges hat die argentinische Regierung ihre Anspruche mehrmals betont und verdeutlicht, von diesen auch in Zukunft nicht abzurücken. Zu Beginn des Jahres löste der Konflikt eine diplomatische Krise zwischen Argentinien und England aus. (aj)