Ecuador |

Kirchenführer erheben Vorwürfe gegen Europas Drogenpolitik

Der Vorsitzende der Ecuadorianischen Bischofskonferenz, Erzbischof Antonio Arregui Yarza, wirft Europa und den USA Doppelbödigkeit im Kampf gegen Drogen vor. Während an den Flughäfen strenge Kontrollen durchgeführt würden, gebe es "nicht die gleiche Intensität im Kampf gegen den Drogenkonsum in diesen Ländern selbst". Dabei stamme von dort das Geld, das die Drogenkartelle finanziere, sagte der Erzbischof von Guayaquil im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur in Quito.

Das Drogengeschäft richte in Lateinamerika großen gesellschaftlichen Schaden an. Rauschgiftkonsum mache die Menschen psychisch und physisch krank; der Handel sei für Korruption und für eine "beispiellose Gewalt" etwa in Mexiko verantwortlich. "Es fehlt an Solidarität in Europa und den USA mit Lateinamerika", beklagte der Erzbischof.

Zum Asyl für "WikiLeaks"-Gründer Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London sagte Arregui, jeder Staat müsse das Recht haben, über die Gewährung von Asyl zu entscheiden. Zugleich gelte es aber auch, Geheimhaltungsvorschriften für Dokumente nach dem jeweiligen nationalen Recht zu respektieren.

Mit Blick auf die geplante Erdölförderung im Yasuni-Nationalpark von Ecuador mahnte der Erzbischof dazu, auch auf Interessen der dort lebenden Indigenen zu wahren. "Die Erdölförderung in Ecuador hat in der Vergangenheit zu bedeutenden Umweltschäden geführt", sagte Arregui. Es müsse Kontrollen geben, damit sich "die Fehler der Vergangenheit" nicht wiederholten: "Wir müssen unser ökologisches und humanes Reservoir schützen."

Quelle: KNA