Kolumbien |

Kirche will in Guerilla-Entführung vermitteln

Die Kirche in Kolumbien will im Fall von zwei entführten Soldaten vermitteln. Der Erzbischof von Cali, Dario de Jesus Monsalve, bot über die Tageszeitung "El Pais" seine persönliche Hilfe für eine Freilassung von Cristian Camilo Yate und Victor Gonzalez an. Die beiden waren am 25. Januar von der linksgerichteten Guerilla-Organisation FARC verschleppt worden. Die kolumbianischen Streitkräfte verstärkten nach Medienberichten unterdessen ihre Suche.

Die Entführung gilt als Belastungsprobe für die derzeit laufenden Friedensgespräche zwischen den Rebellen und der kolumbianischen Regierung. Die Verhandlungen sollen am 31. Januar in der kubanischen Hauptstadt Havanna fortgesetzt werden. Nach UN-Angaben will der Verhandlungsführer der Regierung, Humberto De la Calle, diese Woche mit Vertretern der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte (CIDH) zusammentreffen, um über den Fortgang zu berichten. Die CIDH verfolgt die Unterredungen als unabhängiger Beobachter.

Die Friedensgespräche zwischen der FARC und der Regierung begannen Mitte Oktober in Oslo und werden seitdem in Etappen in Havanna fortgesetzt. Kolumbiens Unterhändler stellten in Aussicht, die FARC nach einer Einigung als politische Partei anzuerkennen.

Die FARC entstand 1964. Mit rund 9.200 Kämpfern ist sie die größte lateinamerikanische Rebellenorganisation. Ihr werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Die Europäische Union stuft sie als Terrororganisation ein.

Quelle: KNA