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Kirche fordert Solidarität mit demonstrierenden Indigenen

Die katholische Kirche in Bolivien hat zur Solidarität und einem respektvollem Umgang mit den gegen ein Infrastrukturprojekt im "Territorio Indigena y el Parque Nacional Isiboro Sécure" (TIPNIS) demonstrierenden Indigenen gefordert. Der Vorsitzende der bolivianischen Bischofskonferenz, Kardinal Julio Terrazas Sandoval, erklärte, es sei notwendig ein Maß an Verständnis für die aufzubringen, die bereit sind Leid auf sich zu nehmen, um am Marsch für TIPNIS teilzunehmen. Der Dialog sei der einzige Weg aus der Krise.

Die bolivianische Regierung hatte zuletzt durch umstrittene Abhörmaßnahmen versucht, die Demonstranten als eine von der USA unterwanderte Gruppierung darzustellen. Vertreter der Demonstranten wiesen die Vorwürfe vehement zurück.

Nach den bislang gescheiterten Gesprächen mit den Regierungsvertretern haben die mehreren hundert indigenen Demonstranten ihren Protestmarsch gegen die geplante Schnellstraße quer durch den Naturpark fortgesetzt. Der Protestmarsch formierte sich nach vorübergehender Pause am Mittwoch in Totaizal erneut. In etwa 14 Tagen wollen die Demonstranten ihr Ziel im rund 350 Kilometer entfernten Regierungssitz La Paz erreichen.

Sprecher Adolfo Chavez erklärte die Haltung der Indigenen für "unumstößlich". Sie lehnen die durch die Zerstörung der Umwelt zu erwartenden Schäden ab. Staatspräsident Evo Morales will das Infrastrukturprojekt durchsetzen, weil er sich davon wirtschaftliche Impulse für die abgelegene Region erhofft. (TK)