El Salvador |

Kirche fordert Gerechtigkeit im Giftmüllskandal

Die Kirche in El Salvador hat im Giftmüllskandal um die Batterie-Fabrik von San Juan Opico Gerechtigkeit gefordert. "Wir sind besorgt und erwarten in jedem Sinne des Wortes Gerechtigkeit", sagte Erzbischof José Luis Escobar Alas im Rahmen einer Pressekonferenz in der Hauptstadt San Salvador mit Blick auf die schleppenden Ermittlungen. Bis heute sind die Verursacher des Umweltskandals im Nordwesten des Landes nicht verurteilt. Zugleich begrüßte der Oberhirte der Hauptstadtdiözese, dass die Behörden in der betroffenen Region vor wenigen Tagen den Umwelt-Notstand ausgerufen hatten. Bereits vor drei Jahren war die Fabrik eines lokalen Batterie-Herstellers geschlossen worden, weil das Unternehmen wiederholt gegen Umweltauflagen verstoßen hatte. Seitdem gilt ein weiträumiges Gebiet um das Fabrikgelände als vergiftet. In der unmittelbaren Nähe des Geländes in der betroffenen Gemeinde San Juan Opico wohnen etwa 4000 Menschen. Die dort von der Umweltbehörde gemessenen Blei-Werte übertreffen die zulässigen Werte um 100fache.

Nach Berichten von Einwohnern könnte die vergiftete Zone noch viel größer sein. Sie berichten von einer kontaminierten Fläche von acht Kilometern und möglicherweise 35.000 betroffenen Menschen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die möglichen Verursacher bereits seit Februar 2008. Im März dieses Jahres wurde die Verhaftung der Geschäftsführung des Unternehmens und eine Pfändung in Höhe von mehreren Millionen US Dollar beantragt. Allerdings befinden sich die beschuldigten Geschäftsleute immer noch auf freiem Fuß. Der zuständige Richter ließ die mutmaßlichen Verursacher aus Mangel an Beweisen laufen. Die Proteste der Bevölkerung blieben bislang wirkungslos. (tk)