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Kirche erwartet Freilassung politischer Häftlinge

Der kubanische Kardinal Jaime Ortega rechnet mit der baldigen Freilassung aller noch einsitzenden politischen Häftlinge des "Schwarzen Frühlings" aus dem Jahr 2003. Nach einem Bericht der "Havanna Times" (Donnerstag) rief der Oberhirte der Hauptstadtdiözese Havanna die Kubaner zugleich dazu auf, die schwierigen Bedingungen zu akzeptieren, die ein fortschreitender Wechsel der Verhältnisse in Kuba noch mit sich bringen werde. Die kubanische Kirche hatte sich zuletzt in einem direkten Dialog erfolgreich für die Freilassung politischer Häftlinge eingesetzt.

Insgesamt sollen 52 seit 2003 einsitzende Oppositionelle freikommen; bislang wurde mehr als der Hälfte der Regimekritiker die Ausreise gestattet. Zehn noch einsitzende Häftlinge sollen sich nach Angaben der kubanischen Opposition weigern, ins Ausland auszureisen. Sie wollen eine Freilassung nur akzeptieren, wenn sie auf der Insel bleiben dürfen. Während des "Schwarzen Frühlings" wurden im März 2003 während einer zweiwöchigen Verhaftungswelle 90 Regimekritiker, darunter 27 Journalisten, inhaftiert.

Unterdessen wandten sich kubanische Regimekritiker in einem offenen Brief an US-Präsident Barack Obama, den spanischen Regierungschef Luis Rodriguez Zapatero, die Europäische Union und die kubanische Kirche mit der Forderung, mit mehr Nachdruck für eine Reform in Kuba einzutreten. Insgesamt unterzeichneten 647 Kubaner "im Namen der kubanischen Zivilgesellschaft" das Schreiben. Kubas Regierung müsse unabhängige Organisationen im Land anerkennen und die internationalen Abkommen der Vereinten Nationen umsetzen, erklärte der Regimekritiker Darsi Ferrer vor Journalisten am Donnerstag in Havanna.

Quelle: kna