El Salvador |

Kirche begrüüt Anti-Mara-Gesetz

San Salvador. Die katholische Kirche in El Salvador begrüßt eine Gesetzesinitiative des sozialdemokratischen Präsidenten Mauricio Funes, die eine harte Bestrafung für die Mitgliedschaft in kriminellen Organisationen vorsieht. "Ich glaube, das ist eine gute Antwort", sagte Erzbischof José Luis Escobar Alas im Rahmen einer Pressekonferenz.

In El Salvador ist nach dem jüngsten Ansteigen der Gewalt der Druck auf die Regierung gewachsen, Maßnahmen gegen die Kriminalität zu ergreifen.

Vor allem die sogenannten "Maras", Jugendbanden aus den Armenvierteln der großen Städte, werden für die hohe Mordrate verantwortlich gemacht.

Nach einem neuerlichen Überfall auf einen Bus, bei dem im Juni 17 Insassen qualvoll verbrannten, gewann die Debatte über neue Maßnahmen gegen die "Maras" neue Dynamik. In El Salvador soll es rund 200 kriminelle Banden mit etwa 100.000 Mitgliedern im Alter von 8 bis 35 Jahren geben. Täglich werden 13 Menschen ermordet.

Umstritten ist allerdings die Umsetzung des Gesetzes, das bislang die parlamentarische Hürde noch nicht genommen hat. Die Regierung legte dem Parlament einen Gesetzentwurf vor, der ein Verbot der Existenz, Legalisierung, Finanzierung und Organisation von Banden vorsieht. Die Mindeststrafe für die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung soll acht Jahre betragen.

Kritiker des Gesetzes befürchten allerdings, dass mit dem neuen Gesetz die Gefahr einer willkürlichen Verhaftung von Jugendlichen wachse. "Das Gesetz muss eingehend diskutiert werden. Man muss nach guten Lösungen für ein derart komplexes System suchen müssen", sagte Erzbischof Escobar Alas. Die Kirche stehe auf Seiten derer, die unter den Gewalttaten der Täter leiden.

Bereits in der Vergangenheit hat die katholische Kirche in El Salvador Investitionen in das Bildungssystem und einen besseren Schutz der Schulen gefordert, um den Jugendlichen einen Ausweg aus der Gewaltspirale zu ermöglichen. (tk)