Argentinien |

Kinder zu selten in den Nachrichten präsent

Kinder und Jugendliche sind selten Thema in den Nachrichten Argentiniens und wenn doch, dann geht es meistens um Gewalt. Dies ist ein Ergebnis der ersten Untersuchung zum Thema, überhaupt, die in Argentinien durchgeführt wurde. Die von der Universität Austral erarbeitete Studie wurde Anfang November veröffentlicht. Forscher hatten dafür mehr als 600 zwischen September und November 2010 ausgestrahlte Nachrichtensendungen ausgewertet.

Nach Auswertung der Ergebnisse kommen die Forscher zu dem Schluss, dass Kinder und Kinderrechte selten Thema in den Nachrichten sind. Nur in 12 Prozent der Sendungen werden Kinder und Jugendliche erwähnt. Dort, wo dies der Fall ist, geht es in 43 Prozent der Nachrichten um Gewalt, gefolgt von den Themen Bildung (21 Prozent) und Gesundheit (13,5 Prozent). Die Studie kritisiert, dass das Thema Gewalt nicht kontextualisiert aufbereitet und dabei Aufklärung über Rechte und politische Maßnahmen geleistet wird. Meist sind Kinder im Alter bis sechs Jahren Thema (34 Prozent), gefolgt von der Altersgruppe zwischen 13 und 18 Jahren mit knapp 32 Prozent. Kinder machen immerhin 35 Prozent der argentinischen Bevölkerung aus.

Privatsphäre wird respektiert

Eindeutig unterrepräsentiert seien die Themen Kultur und Unfälle. Weniger als ein Prozent der Nachrichten beschäftigt sich mit Kinderarbeit, Umwelt, Sport und dem Recht auf Identität. Bei mehr als 90 Prozent der Nachrichten würden Statistiken genutzt, aber keine gesetzlichen Regelungen erwähnt oder erklärt, so die Studie. In nur 9,5 Prozent der Nachrichten seien die Texte so verfasst, dass Mädchen und Jungen geschlechtlich gleichgestellt seien.

Respektiert würden allerdings in mehr als zwei Dritteln der Nachrichtensendungen das Recht auf Privatsphäre und das Recht auf Identität von Kindern. Als positives Ergebnis werteten es die Autoren der Studie, dass Kinder und Jugendliche bei Themen, die sie betreffen, am häufigsten als Quelle befragt werden. An zweiter Stelle stehen Eltern und soziale Organisationen und nur in vier Prozent der Fälle wurden Experten wiedergegeben. (bh)

Quelle: Adital