Kolumbien |

Kinder durch Minenexplosion schwer verletzt

In der vergangenen Woche sind drei Kinder durch die Explosion einer Antipersonenmine schwer verletzt worden. Sie mussten mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus in der Stadt Cali geflogen werden. Die Explosion des Blindgängers ereignete sich in den Waschräumen des Schulgebäudes in Jambaló, wo insgesamt rund 700 Kinder unterrichtet werden.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Acin seien die Jungs im Alter von zwölf Jahren nach der Frühstückspause nicht wieder in ihrer Klasse erschienen und haben vermutlich in den Waschräumen an einer Antipersonenmine gespielt, erklärte der Lehrer Efraín Pito.

„Dies darf Kindern einfach nicht passieren“, so die Reaktion geschockter Eltern nach der Explosion, die weithin hörbar gewesen sei. Die Explosion verursachte auch erheblichen Sachschaden. Die Lehrer unterstrichen, dass sie den Kindern immer wieder erklärten, keine seltsamen Objekte in die Hand zu nehmen“.

Die Region Cauca gehört zu den besonders umkämpften Gebieten im kolumbianischen bewaffneten Konflikt. Die kolumbianische Regierung hat den Einsatz von Landminen gemäß des Internationalen Abkommens zum Verbot von Antipersonenminen von 1997 verboten. Trotzdem sterben nach Angaben der Organisation Caritas International in Kolumbien jährlich mehr Menschen an Minenunfällen als in Afghanistan oder dem Irak. Es wird geschätzt, dass noch rund 100.000 Antipersonenminen auf Feldern oder an Wegrändern liegen, die von den Kriegsparteien gelegt wurden. Presseberichten zufolge werden in Kolumbien durchschnittlich täglich zwei Minenunfälle registriert. (bh)