Kolumbien |

Keine Tourismusprojekte an heiligen indigenen Stätten

Mit zwei historischen Urteilen hat das Verwaltungsgericht der Provinz Magdalena am Dienstag das ökotourismus-Projekt “Los Ciruelos” im Nationalpark Tayrona suspendiert. Das Projekt solle auf heiligen indigenen Stätten in der Sierra Nevada Santa del Mar, im inneren des Parks umgesetzt werden, berichtet die Nachrichtenagentur Servindi. Geklagt hatte die Stiftung Fundación Misión Colombia und die Vorsitzende der Partei Polo Democrático, Clara López Obregón.

Für das von der la Sociedad Reserva Los Ciruelos SAS vorangetriebene Vorhaben wurde vom Gericht die Durchführung einer vorherigen Konsultation angeordnet, die gemeinsam mit dem Umwelt- und Entwicklungsministerium und der Behörde für die Vergabe von Lizenzen im Umweltbereich durchgeführt werden. Die während des Prozesses mit den indigenen Gemeinden getroffenen Vereinbarungen seien unbedingt einzuhalten, so die Richter in ihrem Urteil. Bis die Konsultationen durchgeführt worden sind, dürfen keine Touristen mehr das Gebiet betreten, so das Gericht.

Die Richter kritisierten zudem die staatlichen Stellen für die Lizenzvergabe ohne vorherige Konsultation und mahnten die Behörden an, künftig entsprechend der Rechtslage vorzugehen. Im zweiten Urteil ordnete das Gericht an, dass der Konsultationsprozess innerhalb von 30 Tagen begonnen und innerhalb von 90 Tagen abgeschlossen werden müsse. Zudem müssten die als heilig angesehenen Stätten genau begrenzt und der freie Zugang zum Park Tayrona gewährt werden.

Der an der Karibikküste gelegene 15.000 Hektar große Nationalpark besteht seit 1969. (bh)