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Katholische Kirche schaltet sich in Conga-Konflikt ein

Eine Delegation der katholischen Kirche ist heute in der nordperuanischen Region Cajamarca eingetroffen, um in dem seit Monaten andauernden Konflikt um das geplante Bergbauprojekt Conga zu vermitteln. Die Delegation unter der Führung des Bischofs Miguel Cabrejos und dem Priester Gastón Garatea will in ersten Gesprächen mit dem Präsidenten der Region Cajamarca, Gregorio Santos, versuchen, einen erneuten Dialog mit der nationalen Regierung zu ermöglichen. Die letzten Verhandlungen sind kurz vor Weihnachten letzten Jahres abgebrochen worden.

Erst in der vergangenen Woche kam es zwischen der Polizei und rund 1.000 Protestlern zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, bei denen fünf Menschen ums Leben kamen. Der peruanische Priester und Umweltaktivist Marco Arana, Träger des Aachener Friedenspreises 2010, wurde vorübergehend festgenommen. Seine Initiative Grufides setzt sich für eine strenge staatliche Regulierung des Bergbaus ein und kritisierte das Vorgehen des Präsidenten Ollanta Humala gegen die Protestler scharf. Humala hatte letzten Mittwoch einen 30-tägigen Notstand in der Region ausgerufen, der auch die Militarisierung Cajamarcas beinhaltet. Für Empörung sorgte bei Grufides außerdem die Äußerung des Erzbischofs von Lima, Juan Luis Cipriani, der nach den Ausschreitungen sagte, die Demonstranten müssten sich für die Gewalt entschuldigen.

Ein Hoffnungsschimmer

Die heute beginnen Gespräche zwischen den Vertretern der katholischen Kirche und der lokalen Regierung bezeichnete Marco Arana hingegen als Hoffnungsschimmer. „Hoffentlich kann hiermit eine neue Etappe eingeläutet werden“, sagte der Umweltaktivist im Gespräch mit lokalen Medien. Er betonte allerdings auch, dass der Konflikt um die von dem US-Unternehmen Newmont geplante Goldmine nur gelöst werden könne, wenn die Rolle des Bergbaus im Zusammenhang mit nachhaltiger Entwicklung neu definiert würde. Er sprach weiterhin von bestimmten Voraussetzungen, die für erfolgreiche Gespräche geschaffen werden müssten: „Um sozialen Frieden herstellen zu können, müssen die Arbeiten am Projekt Conga vorerst eingestellt, die Hintergründe der Todesfälle genauestens ermittelt und die Region entmilitarisiert werden“, so Arana.

Die Bewohner der Region Cajamarca protestieren bereits seit Mitte November vergangenen Jahres gegen die geplante Goldmine Conga, von der sich die peruanische Regierung einen Gewinn in Höhe von 15 Milliarden US-Dollar erhofft. Die betroffene Bevölkerung fürchtet um ihre Trinkwasserversorgung, da mehrere Seen in dem Gebiet trockengelegt werden müssten. Umweltexperten gehen außerdem von weitreichenden Umweltschäden durch das im Goldabbau verwendete hochgiftige Zyanid aus. (aj)