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Karawane: USA droht Mittelamerika mit Stopp von Hilfszahlungen

Präsident Trump unterzeichnet ein Gesetz. (Symbolfoto: Joyce N. Boghosian, Flickr, PDM 1.0)
Präsident Trump unterzeichnet ein Gesetz. (Symbolfoto: Joyce N. Boghosian, Flickr, PDM 1.0)

Inzwischen hat es die Migranten-Karawane bis ins Weiße Haus geschafft. Zumindest virtuell sind die rund 2.000 bis 3.000 Migranten aus Honduras, die sich vor wenigen Tagen aus Honduras auf dem Weg in Richtung USA machten, bereits in Washington angekommen.

 

US-Präsident Donald Trump schickte via Twitter am Dienstag (Ortszeit) eine eindeutige Warnung in Richtung Mittelamerika: Die USA hätten den honduranischen Präsidenten Juan Orlando Hernandez informiert, wenn die große Karawane, die sich in Richtung USA bewege nicht gestoppt und zurück nach Honduras gebracht werde, würden die Hilfszahlungen an Honduras gestoppt. Wenig später legte Trump nach und erweiterte die Drohungen auch auf die Nachbarstaaten El Salvador und Guatemala.

Damit ist die Karawane endgültig zu einem internationalen Thema geworden. Nach lokalen Medienberichten wurde der Organisator der Karawane am Dienstag in Guatemala festgenommen. Das honduranische Außenministerium reagierte indes auf den Druck aus Washington und rief die Honduraner auf, nicht an dieser "irregulären Mobilisierung teilzunehmen und nicht von einer Bewegung benutzt zu werden, die einen klaren politischen Hintergrund habe". Honduras Präsident Juan Orlando Hernandez teilte am Abend mit, ein Teil der Gruppe sei bereits wieder umgekehrt und werde von der honduranischen Regierung dabei unterstützt. Wie viele Menschen die Heimreise angetreten hätten, teilte Orlando Hernandez nicht mit.

Mexiko macht den Weg frei

Unterdessen rief die Menschenrechtsorganisation Amnesty International die betroffenen Regierungen auf, die Rechte der Migranten zu respektieren. Erika Guevara-Rosas, Amerika-Direktorin von Amnesty, appellierte an die mexikanische Regierung, die Menschen nicht als eine Bedrohung für die Sicherheit anzusehen. Mexiko dürfe nicht diesen Blickwinkel Trumps übernehmen, erklärte sie. Aus Mexiko kommen derweil erste Signale, der Karawane keine Steine in den Weg legen zu wollen. Im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas, traditionell Teil der Migrantenroute aus Mittelamerika in Richtung USA, teilte Gouverneur Manuel Velasco via Twitter mit, er habe die Migrationsbehörden und die Flüchtlingsheime angewiesen, den Teilnehmern der Karawane die Hilfe zukommen zu lassen, die nötig sei.

Unklar ist, ob diese Haltung mit der mexikanischen Regierung abgestimmt ist. Zumindest bislang hat sich Mexikos neuer Präsident Andres Manuel Lopez Obrador noch nicht zu dem Thema geäußert. In Washington wartet die Trump-Administration gespannt auf die öffentliche Positionierung des künftigen Staatschef in dieser Frage, der am 1. Dezember sein Amt antreten wird. Guatemala wollte die Karawane von rund 2.000 Migranten aus Honduras, die sich vor wenigen Tagen aus ihrem mittelamerikanischen Heimatland in Richtung USA auf den Weg gemacht haben, eigentlich nicht ohne Weiteres passieren lassen. Inzwischen hat die Karawane allerdings doch die Grenze nach Guatemala überquert.

Autor: Tobias Käufer (KNA)

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