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Kakaoanbau statt Regenwald-Abholzung

Abgegrastes Weideland soll wieder bewaldet werden - mit Kakaobäumen. Foto: Flickr/Kleist Berlin, public domain
Abgegrastes Weideland soll wieder bewaldet werden - mit Kakaobäumen. Foto: Flickr/Kleist Berlin, public domain

Die Website ecoticias.com erzählt vom Fall des 69-jährigen Valdomiro Facchi, der im Bundesstaat Pará seinen Lebensunterhalt bislang mit Viehzucht verdiente, wofür er Regenwald abholzte, um Weideland zu gewinnen. Nun will er auf einer Fläche von drei Quadratkilometern Kakao anpflanzen. Facchi spricht von Diversifizierung und einer neuen Einnahmequelle. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass neue Gesetze die Abholzung untersagen. Landwirtschaft und Naturschutz sollen sich - anders als sonst oftmals - nicht ausschließen.

Für Viehzucht Fläche von der Größe Spaniens abgeholzt

Finanzielle Unterstützung erhalten die brasilianischen Viehzüchter von internationalen Umweltschutzorganisationen wie The Nature Conservancy und Amazon Fund. Jahrzehntelang wurde für die Viehzucht Regenwald im Amazonasgebiet abgeholzt, Die entwaldete Fläche hat fast die Größe Spaniens erreicht. Auf rund 1.700 Quadratkilometer abgegrasten Weidelandes sollen inzwischen schon Kakaoplantagen angelegt worden sein.

Renaissance der Kakaoproduktion

Wenn sich der Trend fortsetzt, könnte Brasilien wieder zu einem der drei weltweit größten Kakaoproduzenten werden. Der Verband für die Verarbeitung von Kakao stellt bis 2028 eine Verdoppelung der Produktion auf 400.000 Tonnen im Jahr in Aussicht. Die weltweite Produktion würde somit um rund 5 Prozent steigen. In den 1990er Jahren sorgte Pilz-Befall dafür, dass die brasilianische Kakaoproduktion deutlich zurückging. Gegenüber der Viehzucht hat der Kakaoanbau den Vorteil, dass er eine relativ kleine Fläche benötigt, die nicht nach und nach erweitert werden muss. Einer Schätzung zufolge kann zudem der Gewinn bis zu fünfmal so hoch sein wie jener aus der Viehzucht.

Kakaoplantagen können eine Wirkung wie natürliche Wälder entfalten und zur Rückkehr von Pflanzen und Tieren führen. Die zusätzliche Kakaoproduktion könnte auch der einheimische Markt aufnehmen: der Pro-Kopf-Verbrauch an Schokolade beträgt in Brasilien 1,2 Kilogramm vergleichsweise wenig zum Verbrauch in der Schweiz, der bei durchschnittlich 8,8 Kilogramm liegt. (bs)