Kolumbien |

Kaffeeproduzenten beenden Streik

Nach 12 Tagen Streik und Blockaden der wichtigsten Verbindungsstraßen des Landes haben sich Kaffeeproduzenten und Regierung am frühen Freitagmorgen, 8. März, auf ein Abkommen zur Subventionierung der Kaffee-Wirtschaft geeinigt. „Die Regierung ist einige Kompromisse eingegangen, diese sind von der Verhandlungsführung des Kaffee-Streiks akzeptiert worden“, erklärte Kolumbiens Vizepräsident Angelino Garzón am Donnerstagabend, 7. März, gegenüber der lokalen Presse.

Nach einem Verhandlungsmarathon von über 30 Stunden in der Kaffee-Stadt Pereira im Westen des weltweit drittgrößten Produzenten der beliebten Bohne lag das Ergebnis im Morgengauen vom Freitag um 4.20 Uhr (Ortszeit) vor. Von den anwesenden Ministern für Haushalt, Landwirtschaft, Arbeit, Gesundheit und Inneres sowie 32 Vertretern des Kaffee-Sektors wurde das Abkommen kurze Zeit später unterzeichnet.

Demzufolge verpflichteten sich die wichtigsten Vertreter der Kaffee-Wirtschaft einen Höchstpreis von 700.000 Pesos (388 US-Dollar) pro 125-Kilo-Ladung nicht zu überschreiten. Im Gegenzug wurde ein Mindestabnahmepreis von 480.000 Pesos (266 US-Dollar) pro Ladung plus 145.000 Pesos (80 US-Dollar) staatlicher Zuschüsse vereinbart. Fällt der Kaffeepreis darunter springt Bogotá mit weiteren Subventionen ein. Das Mindesteinkommen für Kaffee-Bauern wurde auf 45.000 Pesos (25 US-Dollar) festgelegt. Die Regelung trete ab dem 18. März in Kraft, so die Tageszeitung El Tiempo.

Über Zugang zu günstigen Krediten für Kaffee-Bauern durch Kolumbiens Zentralbank werde es in den kommenden Tagen ebenfalls Gespräche geben. Unter Druck war der Kaffee-Sektor zuletzt vor allem durch die fortschreitende Abwertung der kolumbianischen Nationalwährung gekommen. Kolumbien scheint zunehmend an der „Holländischen Krankheit“ zu leiden. Der starke Zufluss ausländischer Kapitalien, der sich durch das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Kolumbien weiter verstärkt, sowie Milliarden-Einnahmen aus dem Export von Rohstoffen setzen der heimischen Wirtschaft durch Preisauftrieb spürbar zu. (bb)