Peru |

Jugendlicher stirbt durch Schuss der Nationalpolizei

Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation APRODEH sind während der zweiten Amtszeit von Präsident Alan García seit 2006 mindestens 47 Menschen durch den Einsatz der Peruanischen Nationalpolizei PNP bei sozialen Protesten ums Leben gekommen. Die Menschenrechtsorganisation hebt hervor, dass nicht alle zu beklagenden Opfer auch an den Demonstrationen teilgenommen hätten.
Jüngstes Beispiel hierfür ist der Tod des 14-jährigen Henry Benítez Huamán. Der Jugendliche starb in der vergangenen Woche in Kiteni (Department Cusco) an den Folgen eines Schusses in den Brustkorb, der ihn Anfang August getroffen hatte. In Kiteni hatte die Bevölkerung gegen Gasexporte protestiert.

Die Familie des Jugendlichen erklärte den Tod des Jungen zum Mordfall. Nach Aussagen einer Tante des Jungen, habe dieser sich auf dem Weg nach Hause befunden, als er von dem tödlichen Schuss getroffen wurde. Außerdem habe der einzige Gesundheitsposten des Ortes es auf Anweisung von Hauptmann Neils Aróstegui abgelehnt, dem Opfer unmittelbar nach dem Schuss Hilfe zu leisten. Die Wunden des Jungen würden überdies beweisen, dass die Polizei Schusswaffen einsetzte und nicht Gummigeschosse, wie von offizieller Seite behauptet.

Der Gouverneur des Departments Cusco, Marcelo Angulo, erklärte dazu, die Demonstranten hätten den Jugendlichen beeinflusst, damit er an der Demonstration teilnehme. Angulo unterstrich, dass die Teilnahme von Jugendlichen an derartigen Protesten inakzeptabel sei. Die Anführer der Proteste erklärten hingegen, die Beschuldigungen des Gouverneurs seien haltlos.

Bei einem anderen Einsatz, so erinnerte die APRODEH, war ein 9 Monate altes Baby erstickt, als die Nationalpolizei Tränengas gegen ein Gesundheitszentrum in Uyacalí, im zentralen Osten des Landes, einsetzte. Die Organisation wies in einem Kommuniqué darauf hin, dass das Recht auf Leben in der Verfassung Perus und in internationalen Abkommen verankert ist. „Wir verurteilen, dass die Nationalpolizei bei ihren Einsätzen die Menschenrechte nicht einhält und alle Regeln der Angemessenheit, Rechtmäßigkeit verletzt, wenn sie ihren Aufgaben nachkommt“, heißt es in der Erklärung. Ein weiteres Problem sei die Straffreiheit solcher Fälle. (bh)

Quelle: Adital