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Jesuiten fordern Demarkierung indigener Gebiete

Die jesuitische Hilfsorganisation für Flüchtlinge aus Lateinamerika und der Karibik (SJRLAC) fordert von Venezuelas Regierung die Demarkierung indigener Gebiete. Des weiteren ruft ein Kommuniqué dazu auf, die Gewalt gegen Indigene zu beenden und Sabino Romero, einen Anführer des Volkes der Yupka, sowie zwei weitere indigene Aktivisten freizulassen. Diese sitzen wegen eines gewaltsamen Konfliktes seit dem letzten Jahr im Gefängnis. Das Dokument kritisiert das zunehmende Vordringen Fremder auf indigene Gebiete. Diese würden gewaltsam besetzt, was Folge der ausgebliebenen Demarkierung sei.

Venezuelas Regierung und die indigene Bewegung sollten gemeinsam das Projekt vorantreiben, welches in der Verfassung aus dem Jahr 1999 festgeschrieben sei. Venezuela habe zudem Konvention 169 der Weltarbeitsorganisation ebenso unterzeichnet wie die Erklärung der Vereinten Nationen zu den Rechten indigener Völker aus dem Jahr 2007. Unterstützer des Kommuniqués können per Mail an Venezuelas Präsident Hugo Chávez und weitere führende Staatsvertreter schreiben.

Was die Inhaftierten betrifft, so ist noch immer unklar, ob der gewaltsame Konflikt in Zusammenhang mit der fehlenden Demarkierung stand, oder ob ihm Auseinandersetzungen zwischen indigenen Gruppen vorausgingen. Im Oktober hatte der Jesuiten-Pater José María Korta mit einem einwöchigen Hungerstreik vor der Nationalversammlung in Caracas seinen Protest gegen die Verletzung der Rechte der Indigenen zum Ausdruck gebracht. Artikel 260 der venezolanischen Verfassung besagt, dass Indigene nach ihren eigenen Gesetzen verurteilt werden müssen. Der Jesuit hatte mit seiner Aktion Erfolg: Vizepräsident Elías Jaua nahm Verhandlungen auf. (bs)

Quelle: Adital