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Internationaler Tag der Muttersprache

Von den rund 6.000 Sprachen, die heute weltweit gesprochen werden, sind nach Einschätzung der UNESCO die Hälfte vom Verschwinden bedroht, alle zwei Wochen geht eine Sprache verloren. Darauf weist die UNESCO anlässlich des Internationalen Tag der Muttersprache am 21. Februar hin.

Die Gründe für die weltweite Gefährdung von Sprachen seien vielfältig: Kriege, Vertreibungen und Stigmatisierungen gehören ebenso dazu wie Migration und Vermischung von Sprachen. Die neuen Informationsmedien begünstigten den weltweiten Einfluss einzelner "großer" Sprachgruppen – insbesondere des Englischen. „Verschwindet eine Sprache, geht auch das damit verbundene kulturelle Erbe von Gedichten über Legenden bis zu Sprichwörtern und Scherzen verloren“, heißt es in der UNESCO-Pressemitteilung.

"Atlas der Bedrohten Sprachen" aktualisiert

In der 2010 aktualisierten Ausgabe des "Atlas der Bedrohten Sprachen" listet die UNESCO rund 2.500 Sprachen nach Name, Bedrohungsgrad und Region – darunter sind auch 230 Sprachen, die seit 1950 verschwunden sind. Der Atlas zeigt, dass 572 Sprachen vor allem in Nord- und Südamerika, Südostasien, Ozeanien und Afrika akut bedroht sind. Die UNESCO macht vor allem auf die Sprachen aufmerksam, die von nur noch weniger als 10.000 Menschen gesprochen werden.

Seit 2000 ein UNESCO-Gedenktag

Der Internationale Tag der Muttersprache ist seit 2000 ein UNESCO-Gedenktag zur "Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit". Thema der zentralen UNESCO-Veranstaltung ist in diesem Jahr am 21. Februar in Paris "Schutz der Sprachenvielfalt durch Kommunikationsmedien". Die UNESCO versteht Sprache nicht nur als Kommunikationsmittel, sondern auch als kulturelles Erbe und Ausdruck kultureller Identität. Neben dem Weltatlas der Bedrohten Sprachen gibt die UNESCO auch eine Weltbibliografie der Buchübersetzungen heraus.

Quelle: UNESCO