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Indigene Proteste in Chiriquí halten an

Trotz der Übereinkunft zwischen Indigenen der Ngöbe Bugle und der Regierung über die Nutzung von natürlichen Ressourcen in indigenen Territorien kommt es weiterhin zu Protesten. Diese richten sich gegen das Wasserkraftwerk Barro Blanco in der Provinz Chiriquí. Vergangenen März war vereinbart worden, dass die Indigenen ihre Proteste einstellen, wenn der Bergbau in der Region verboten wird und Wasserkraftprojekte nur dann durchgeführt werden dürfen, wenn sich die indigene Bevölkerung dafür ausspricht. Barro Blanco durfte unter der Bedingung weiter gebaut werden, dass eine neue Umweltstudie erstellt wird. Verhandlungsführerin der Ngöbe Bugle war die Kazikin Silvia Carrera.

Überarbeitete Umweltstudie nicht vorgelegt

Bereits kurz nach der Übereinkunft nahmen einzelne Gruppen ihre Proteste wieder auf, weil sie mit dem Verhandlungsergebnis nicht einverstanden waren. Sie fordern einen endgültigen Baustopp für das Wasserkraftwerk und Autonomie über ihre Territorien. Die Regierung argumentiert, dass „nur ein Prozent“ indigenen Territoriums von dem Wasserkraftprojekt betroffen sei.

Ende Mai haben nun mehrere indigene Vertreter, darunter auch Silvia Carrera, bestätigt, dass die Umweltstudie noch immer nicht erarbeitet worden sei, wie die Zeitung „Prensa Libre“ berichtet. Die Regierung erklärte hingegen, alles verlaufe nach Zeitplan. Sie drohte Protestierenden, dass sie sich „am Rande des Gesetzes“ bewegten und berief sich auf die Vereinbarungen vom März. Laut lokalen Presseberichten hatten kürzlich rund 60 Indigene versucht, die Baustelle des Wasserkraftwerks zu besetzen.

Protestierende fordern Besuch von UN-Vertretern

Wie die Nachrichtenagentur Púlsar berichtet, haben Mitglieder des „Movimiento 18 de Mayo“ ihr Protestcamp Anfang Juni aufgelöst und der Regierung ein einseitiges Ultimatum gestellt. Sie fordern einen Ortstermin mit UN-Vertretern binnen 15 Tagen und Verhandlungen mit der Regierung.

In der Region Comarca war im Januar 2012 zu Protesten gegen geplante Bergbau- und Wasserkraftprojekte gekommen. Zuvor hatte die Regierung das Verbot derartiger Projekte auf indigenem Territorium aufgehoben. Mehr als eine Woche lang kam es daraufhin zu Straßenblockaden. Bei der Räumung der Überlandverbindung Panamericana durch Sicherheitskräfte waren mehrere Demonstranten ums Leben gekommen. (bh)