Costa Rica |

Indigene besetzten Parlament

Am vergangenen 9. August besetzten Vertreter indigener Gruppen die Verfassungsgebende Versammlung und übergaben den Abgeordneten sowie der Präsidentin Laura Chinchilla einen Aufruf, in dem die Mandatsträger dazu aufgefordert werden, dass seit mehr als 17 Jahren vom Kongress blockierte Gesetz über die autonome Entwicklung der indigenen Völker wieder auf die Tagesordnung zu setzen.

„Wir wurden all die Jahre damit hingehalten, dass andere Projekte, die allen Einwohnern zugute kommen würden, wichtiger für das Land seien. Das haben wir verstanden und akzeptiert. Wir haben miterlebt, wie innerhalb weniger Monate Handelsgesetze, Steuerregelungen oder ökologische und soziale Gesetze verabschiedet worden sind, unser Gesetz jedoch nicht“, äußern die Indigenen in dem Schreiben ihren Unmut.

Die Indigenen hätten stattdessen, während sie auf die Verabschiedung des Gesetzes 14.352 warteten, mit ansehen müssen, dass man ihre Gebiete nicht respektiert und sie ihres Landes beraubt. Das ausstehende Gesetz würde viele bisher problematische Angelegenheiten regeln und Rahmenbedingungen für die Beziehungen zwischen den indigenen Völkern, dem Staat und Privatpersonen im Rahmen der politischen Verfassung und internationaler Vereinbarungen schaffen, die der Staat Costa Rica bereits unterzeichnet habe, argumentieren die indigenen Vertreter in dem Dokument.

Die Besetzung hätte laut der Organisatoren solange andauern sollen, bis konkrete Vereinbarungen mit den Abgeordneten zustande gekommen sind. Die Demonstranten sind jedoch am 10. August aus dem Gebäude geräumt worden. Dabei sei seitens der Sicherheitskräfte auch Gewalt angewendet worden. (bh)

Quelle: Adital