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In Lehrer investieren

In dem Bemühen, die Bildungsqualität in Lateinamerika zu verbessern, haben Teilnehmer einer regionalen UN-Ministerkonferenz in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires größere Investitionen in die Lehrer gefordert. Damit die Pädagogen als ´Akteure des Wandels´ fungieren könnten, müssten sie auf die neuen schulischen Herausforderungen vorbereitet und besser bezahlt werden.

"In vielen Fällen wissen die Schüler mehr über die neuen Technologien als ihre armen Lehrer, die sich weder einen Computer noch einen Internetzugang leisten können", sagte der Regionaldirektor der Weltkulturorganisation UNESCO, Jorge Sequeira.

Fortschritte überprüfen

Auf der Konferenz vom 12. bis 13. Mai ging es vor allem darum, die Fortschritte der lateinamerikanischen Länder bei der Umsetzung des zweiten UN-Millenniumsentwicklungszieles – Grundschulbildung für alle – zu überprüfen. Die Minister und Experten kamen zu dem Schluss, dass trotz vieler Erfolge in den letzten zehn Jahren nicht alle Defizite beseitigt werden konnten.

"Die Region steht kurz vor dem Ziel, das Bildungsziel zu erreichen", heißt es in einem Bericht, der auf der Konferenz vorgestellt wurde. So besuchen inzwischen 95 Prozent aller lateinamerikanischen Kinder die Grundschule. Als leuchtende Vorbilder in dem Bemühen, Bildungsfortschritte zu erzielen, erwähnte die Studie Belize, Guatemala und Nicaragua.

Gleichwohl fallen 2,9 Millionen Mädchen und Jungen nach wie vor durch den Bildungsrost. Das hat den Report zufolge mit der Langsamkeit mancher Länder zu tun, die Kinder ins Bildungssystem zu integrieren. Somit besteht die Gefahr, dass bis 2015 – der Frist für die Umsetzung der Millenniumsziele – viele Heranwachsende ohne Schulausbildung blieben. Auch halten nur 86 Prozent aller Grundschüler bis zum Ende der achten Klasse durch.

Qualität der Lehrerausbildung entscheidend

"Die Qualität der Lehrerausbildung ist entscheidend für die Qualität der Bildung, die eines der größten Probleme der Region darstellt, sagte Jorge Sequeira. "Pädagogen müssen Akteure des Wandels sein, die das Leben ihrer Schüler und der Gemeinden, in denen sie ihrer Arbeit nachgehen, nachhaltig beeinflussen." Damit sie diese Anforderungen auch stemmen könnten, müssten sie eine solide Lehrerausbildung erhalten, sich fortbilden und auch an Kursen zur Lösung von Konflikten teilnehmen.

Lob für Uruguay

Pascual Gerstenfeld von der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und Karibik (CEPAL) würdigte auf der Konferenz in Buenos Aires die besonderen Bildungsbemühungen Uruguays. So hatte die Regierung des linken Ex-Staatspräsidenten Tabaré Vázquez (2005-2010) den sogenannten Ceibal-Plan aufgelegt.

Dank eines technologischen Förderprogramms wurden alle Grundschulkinder mit tragbaren Computern und einem Internetanschluss ausgestattet. Bei der Durchführung der ersten Projektphase war aufgefallen, dass viele Lehrer den projektbedingten Herauforderungen gar nicht gewachsen waren. Inzwischen soll Ceibal auch auf die weiterführenden Schulen ausgeweitet werden.

Die Tagung in Buenos Aires war eine Art Vorbereitungstreffen für die jährliche Ministerkonferenz des UN-Wirtschafts- und Sozialrats (ECOSOC) zur Überprüfung der Umsetzung der Millenniumsentwicklungsziele. Die Revisionskonferenz findet im Juli in Genf statt.

Marcela Valente, IPS Weltblick