Haiti |

"Ich lebe, doch mein Land versinkt in groüem Schmerz."

Von Sr. Denise Lauture, Port-au-Prince

„Vielen Dank für Ihre Anteilnahme. Wie Sie wissen, durchlebt Haiti derzeit die düstersten Momente seiner Geschichte. Die Stadt Jacmel, wo ich arbeite, ist stark betroffen. Die materiellen und menschlichen Verluste sind enorm. Ich beherberge hier im Pastoralzentrum viele Flüchtlinge… Ein Seminarist des Institut Voluntas Dei ist verletzt. Rund 20 Schwestern der Filles de Marie sind unter Trümmern begraben. Ihr Haus ist zusammengebrochen. Die Kathedrale von Port-au-Prince ist zerstört. Es scheint, dass die von Jacmel auch nicht mehr nutzbar ist. Wir vertrauen auf eine besondere Solidarität Adveniats mit Haiti. Wir müssen Haiti auf neuen Fundamenten wieder aufbauen. Wir, die Überlebenden in diesem Land, geben die Hoffnung nicht auf.“

Von Jean-Baptiste Geordani, Cap Haitien

„Vielen Dank für Ihre Solidarität und Ihr Augenmerk für unser Leiden. Es ist wirklich hart und traurig. Das Beben hat Port-au-Prince zu Trümmern reduziert. Fast alle großen Gebäude sind eingestürzt einschließlich des Präsidentenpalastes und öffentliche Einrichtungen. (...)
Anscheinend gibt es mehr als 50.000 Tote. Port-au-Prince ist unmöglich geworden mit seinen verwesenden Leichen. Die Studenten und die Menschen, die aus anderen Provinzen stammen, beginnen in ihr Heimatort zurückzukehren. Fast alle großen Gebäude, Kirchen, die Kathedrale und viele Gemeindezentren und Ordenshäuser sind in Trümmern.
Betet für uns."

Von P. Metellus Cassagnol, Hinche

„Zunächst einmal vielen Dank für Ihre Anteilnahme. Ich bin glücklich über Ihre Zeilen trotz der Trauer, die in Haiti herrscht. Sie haben sicher die Fotos gesehen. Heute Morgen bin ich nach Port-au-Prince zurückgekehrt und bin durch viele Straßen gegangen. (…)
Die Städte in den Provinzen wurden auch vom Erdbeben getroffen, aber in der Hauptstadt ist es tragisch. (…) Man kann nicht abschätzen, wieviele Menschen gestorben sind. Gott allein weiß das! Ich habe ein Dutzend Menschen, die weder Haus noch Familie in Haiti haben, mit zu mir nach Baptiste genommen. Das ist die einzige Weise, wie ich ihnen helfen kann. Sie werden einige Wochen bei mir bleiben und dann weitersehen.
Gestern haben sich Leute aus allen Vierteln meiner Pfarrei getroffen und einen Lkw gemietet, um weitere Bewohner von Port-au-Prince herauszuholen, die nichts zu essen und zu trinken haben. Danke nochmals für Ihre Sorge um uns, danke, dass Sie an mich denken. Gott segne Sie. Wir sind im Gebet vereint.

Von Bruder Hermann Austinvil, Port-de-Paix

„Aus tiefem Herzen Danke für Ihre Botschaft, sie ist ein Zeichen Ihrer Solidarität und der von Adveniat mit Haiti. Dieses ohnehin arme Land durchlebt ein besonders tragischen Moment seiner Geschichte. Ich war in Port-de-Paix, als das Beben Port-au-Prince zerstörte und andere Städte empfindlich traf. Es übersteigt das Vorstellungsvermögen, was wir heute in Port-au-Prince durchleben. Die gesamte Bevölkerung Haitis ist Opfer geworden. Wir bauen auf Ihr Gebet, damit Haiti wieder aufleben kann.

Von P. Edison Barthélemy Lafeuille

„Was uns passiert ist schlimm, aber der heilige Paulus sagt: Seid dankbar in allen Dingen. Die Sicherheit, die wir haben ist, dass Gott für seine Kinder niemals Pläne der Zerstörung macht. Wir haben in diesen schwierigen Momenten beobachten können, dass die Welt nicht so schlecht ist, wie man es denkt. Die Solidarität von allen Seiten zeigt uns, dass wir umgeben sind von Freunden, von wahren Freunden.
Erst gestern abend habe ich erfahren, dass man bisher noch keine Spur von Mgr Lafontant gefunden hat, aber wir wissen noch nicht ob er tot ist oder nicht. Die Nachrichten sind sehr schlecht und von Zeit zu Zeit gibt es Warnungen. Die Bevölkerung ist angespannt, denn es gibt immer noch Gerüchte, die sagen, dass Erdstöße jeden Moment wiederkehren können. Die Menschen schlafen unter freiem Himmel und nun, wir wissen nicht, was wir sagen sollen… Das Land, welches schon auf dem Totenbett lag, scheint nun seinen letzten Atemzug zu tun…. Es bleibt uns glücklicherweise und einzig die Unterstützung unserer Freunde von anderswo.
Danke liebe Margit , ich bin durch Ihre Worte wirklich getröstet…Möge Gott Sie und Deutschland segnen.“

Von P. Rodney Eugène

Das Land und die Kirche in Haiti sind gewaltsam ins Nichts zurückgestoßen. Das Priesterseminar ist eingestürzt. Unser Bibliothekar, P. Jean-Claude Lespinasse, liegt unter den Trümmern. Wir wissen nicht, woher dieses Unglück kommt, das unser Land trifft, dem das Wasser sowieso bis zum Hals steht. Gott allein weiß es.

Von Bruder P. Lozama Jeanjeune PFST

Ich bin in Beauséjour. Alle Brüder der hl. Thérèse in Beauséjour haben überlebt, in Rivière-Froide ist ein Mitbruder ums Leben gekommen. Das Haus ist eingestürzt. Seit vier Tagen leben wir unter freiem Himmel. Auch hier gibt es noch immer Nachbeben. Trotzdem fliehen viele Menschen aus Port-au-Prince zu uns nach Beauséjour.

Von P. Adonai Jean-Juste CSsR

Das Erdbeben kam ganz unvermittelt. Das Studienhaus der Redemptoristen ist in einem Augenblick zusammengestürzt. Zum Glück waren die Studenten gerade auf der Terrasse und konnten sich retten. Ich selbst rettete mich mit einem Sprung unter einem Balken und schlug dann ein Loch in die Tür, um herauszukommen. Die Schule unserer Pfarrei ist eingestürzt und hat 300 Schüler und Lehrer unter sich begraben. Alle sind tot!

Von P. Maurice Piquard SMM

Auch unser Orden, die Montfortaner, wurde nicht verschont, ebenso wenig die Schwestern unserer Gemeinschaft in Mariani. Wir beweinen acht Seminaristen und P. Richard France. Sie waren im Begriff, von einem Vortrag in der Ordenshochschule CIFOR heimzukehren, als das Gebäude einstürzte. Es stürzte auf den Kleinbus, in den sie gerade eingestiegen waren, um abzufahren. Sie liegen unter den Betonplatten begraben, keinerlei Möglichkeit, zu ihnen heranzukommen. Unseren anderen Studenten geht es gut. Père Laurent Pierre, Rektor des CIFOR, war im Augenblick des Erdbebens im Scholastikat in La Plaine, zusammen mit den Patres Jackson, Wilner, Rams und Coppée. Dort bleib alles heil. Das zehnte Opfer unter uns Montfortanern ist P. Jean Baptiste. Gerade rannte er aus unserem Gästehaus in der rue Baussan auf den Parkplatz hinaus, als es auf ihn stürzte. Der Gestank der Leichen steigt überall auf. Die aus den Trümmern gezogenen Leichen werden an den Straßenrand gelegt. Tausende Leichen sind noch nicht geborgen. Es wird noch Tage, Wochen, Monate dauern. Das ganze Volk ist voller Schmerz. Sein Golgotha wird lange dauern.

Von Schwester Neuza Lovis ICM

In Port-au-Prince gibt es keine Familie, die nicht 1, 2 oder sogar bis zu 10 Tote zu beklagen hat.