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Höchste Entführungsquote in Lateinamerika

Venezuela ist das Land mit den meisten Entführungen in Lateinamerika. Laut einem Bericht der Tageszeitung "El Heraldo" (Montag) werden pro Tag im Durchschnitt 46 Menschen entführt. Das Blatt beruft sich auf eine "geheime Studie" des Nationalen Statistikinstituts, das die Zahl der Entführungen im vergangenen Jahr auf 16.719 beziffert. Darunter fallen auch sogenannte "Express-Entführungen" mit dem Ziel, die Opfer zur Herausgabe von Kreditkartendaten zu zwingen. "Die Entführung ist der kriminelle Sektor, der in den vergangenen zehn Jahren am stärksten gewachsen ist", so der Kriminalistik-Experte Fermin Marmol Garcia aus Caracas.

Die Behörde veröffentlichte laut Bericht zudem eine Studie über die wachsende Armut im Land. Die Zahl der unter "extremer Armut" leidenden Familien habe sich im ersten Halbjahr 2010 um 0,2 Prozent auf 11,6 Prozent der Bevölkerung erhöht. Betroffen sind demnach mehr als 771.131 Venezolaner.

Quelle: kna