Bolivien |

Herabsetzung des Rentenalters

Der Dachverband der bolivianischen Gewerkschaften »Central Obrera Boliviana« (COB) hat dem Entwurf für ein neues Rentengesetz zugestimmt. Auf einer Generalversammlung am Sonntag hatten 44 der 47 Gewerkschaftsorganisationen dem Regierungsvorschlag zugestimmt. »Den Arbeitern und dem bolivianischen Volk wollen wir mitteilen, dass dieses Ergebnis eine sehr demokratische Entscheidung ist«, so COB-Generalsekretär Pedro Montes auf einer Pressekonferenz im zentralbolivianischen Cochabamba.

Damit ist der Weg frei für die Abstimmung der Gesetzesnovelle im Parlament. Eine der größten Änderungen des neuen Rentengesetzes ist die Herabsetzung des Renteneintrittsalters der Versicherten von 65 auf 58 Jahre. Boliviens durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 2008 bei 66, im Jahr 2004 lag sie bei 64. Bei Frauen mit Kindern verringert sich das Eintrittsalter pro Kind um ein Jahr um maximal drei Jahre. Rentenberechtigt ist jeder Arbeitnehmer, der 240 geleistete Monatsbeiträge in die Rentenkasse nachweisen kann.

Die COB-Führung hatte mit der Linksregierung in La Paz bis zuletzt über die Rentenhöhe verhandelt. »Der Betrag der Rente wurde geändert«, so Montes. 1540 Bolivianos (160 Euro) nach 20 Jahren, 2200 Bolivianos (230 Euro) nach 25 Jahren, 2400 Bolivianos (250 Euro) nach 30 Jahren und 2600 Bolivianos (270 Euro) nach mehr als 30 Jahren Beitragszahlung seien für die »kommenden 35 Jahre sicher«, erklärte der Gewerkschaftsführer. Diese Woche soll die Rentenreform das Parlament passieren. (bb)