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Guatemala: „Es ist Zeit für einen Bischof aus der Mayabevölkerung."

Repräsentanten der guatemaltekischen Bischofskonferenz sowie Vertreter von Maya-Gemeinden haben sich für die Ernennung eines Maya-Bischofs für die vakante Stelle in Quetzaltenango ausgesprochen.

Das Amt des Kirchenoberhaupts der Diözese des Hochlands ist vakant, nachdem im Dezember 2010 Óscar Julio Vian Morales sdb zum Erzbischof von Guatemala-Stadt ernannt worden ist. Seitdem ist er der prominenteste Fürsprecher der Ernennung eines Mayabischofs. "Die Zeit ist reif für einen indigenen Bischof", sagt er. "Mein ehemaliger Amtssitz in Quetzaltenango wäre der richtige Ort."

In den Provinzen Quetzaltenango und Totonicapan im Hochland von Guatemala gehört ein Großteil der Menschen dem Volk der Maya an. Auch unter den Katholiken sind die Maya in der Mehrheit. Seit Jahrzehnten unterstützt die katholische Kirche in Guatemala eine Wiederbelebung der Mayakultur. Pfarreien stehen der Inkulturation offen gegenüber. In vielen Gemeinden werden die Gottesdienste inkulturiert gefeiert, Rituale der indigenen Traditionen beleben sie. Aber einen Bischof aus der Mayabevölkerung hat es bisher noch nicht gegeben.

„Die Ernennung eines Maya-Bischofs wäre auch eine Anerkennung des religiösen und kulturellen Reichtums der indigenen Bevölkerung vor Ort“, so Elisabeth Freitag, Mittelamerika-Referentin bei Adveniat. Das Lateinamerika-Hilfswerk fördert seit Jahren die Aus- und Weiterbildung von Laien in den Maya-Gemeinden und die Vernetzungsaktivitäten der nationalen Kommission für Indianerpastoral der Bischofskonferenz.