Kolumbien |

Geisel nach zwölf Jahren Gefangenschaft freigelassen

Bogotá. In Kolumbien hat die FARC eine Geisel nach zwölf Jahren freigelassen. Die Rebellen übergaben den Soldaten Pablo Emilio Moncayo am Dienstag (30.3.) dem Roten Kreuz. Bei der Übergabe waren auch Parlaments- und Kirchenvertreter beteiligt. Mit einem Hubschrauber sei Moncayo anschließend in die Stadt Florencia gebracht und von seiner Familie in Empfang genommen worden, berichten kolumbianische Medien.

Moncayo war am 21. Dezember 1997 im Alter von 19 Jahren entführt worden. Sein Vater hatte in der Vergangenheit Tausende Kilometer zu Fuß zurückgelegt und Papst Benedikt XVI. in Rom getroffen, um auf die Situation seines Sohnes aufmerksam zu machen. Nach seiner Freilassung forderte Moncayo den kolumbianischen Staatspräsidenten Alvaro Uribe zu einem Dialog mit der FARC auf, um die Befreiung weiterer Geiseln zu erwirken. Uribe lehnt Verhandlungen mit der Rebellenorganisation, die von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, jedoch ab. Zuvor hatte die kolumbianische Kirche angeboten, zwischen der FARC und der Regierung zu vermitteln.

Bereits vergangenen Sonntag hatte die FARC den 22-jährigen Soldaten Josue Calvo freigelassen. Insgesamt sollen sich noch rund 700 Menschen in der Gewalt der Rebellen befinden. Für die Freilassung 21 weiterer Soldaten und Polizisten fordert die FARC im Gegenzug die Übergabe von 500 inhaftierten Rebellen.

Quelle: kna