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Friedenspreis für Menschenrechtler aus Mexiko und Europa

Zwei Menschenrechtsinitiativen sind am Wochenende mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet worden. Alejandro Cerezo Contreras (30), mexikanischer Friedensaktivist, die Menschenrechtsorganisation "Comite Cerezo" aus Mexiko sowie der Verein "Borderline Europe - Menschenrechte ohne Grenzen" erhielten die Auszeichnung, die in diesem Jahr zum 25. Mal vergeben wurde. Die mit je 1.000 Euro dotierte Ehrung wurde ihnen am Samstagabend im Rahmen eines Festaktes in Aachen überreicht. Die Auszeichnung wird traditionell am 1. September, dem Antikriegstag, an Personen und Initiativen verliehen, die sich "von unten" für Frieden einsetzen.

Contreras gehört dem "Comite Cerezo" an. Dieses war 2001 als Reaktion auf die Festnahme des Friedensaktivisten und seiner beiden Brüder Hector und Antonio wegen angeblicher terroristischer Akte gegründet worden. Die Festnahmen seien willkürlich erfolgt und die Anschuldigungen nie bewiesen worden, hieß es. Heute verteidige die Gruppe die Rechte von politischen Gefangenen in ganz Mexiko. Sie prangere zudem menschenunwürdige Haftbedingungen in den oft völlig überfüllten Gefängnissen des Landes an. Die Mitglieder hätten viele Morddrohungen erhalten.

Die Organisation "Borderline Europe" wurde für ihr Engagement für eine transparentere Einwanderungspolitik und faire Asylverfahren in der EU ausgezeichnet. Der 2007 gegründete gemeinnützige Verein versteht sich als unabhängig von politischen Parteien und Regierungen. Seine Mitglieder gehen davon aus, dass Politiker die tatsächlichen Geschehnisse an den EU-Außengrenzen verschweigen. Hier kämen auf der Flucht vor Kriegen, Umweltkatastrophen und Elend immer wieder Menschen zu Tode. Grund sei eine politisch gewollte Abriegelung der EU. Als seine Ziele gibt "Borderline Europe" eine "umfassende Information der öffentlichkeit, die Vernetzung europäischer Initiativen und die Lobbyarbeit auf nationaler- und EU-Ebene" an.

Der Journalist Heribert Prantl würdigte beide Preisträger als "Botschafter der Menschenrechte". Sie schützten und prangerten an und nähmen auch Nachteile für die eigene Person in Kauf - bis hin zur Gefahr für das eigene Leben. Frühere Träger des Aachener Friedenspreises waren die Münchner Schauspielerin Hanne Hiob, Tochter von Bertolt Brecht, die israelische Frauenorganisation Machsom Watch und der katholische Priester und Menschenrechtler Marco Arana aus Peru. Im vergangenen Jahr waren der Lehrer, Autor und Friedensaktivist Jürgen Grässlin und die Tübinger Informationsstelle Militarisierung (IMI) ausgezeichnet worden.

Quelle: KNA