Kolumbien |

Freilassung der FARC-Geiseln verzögert sich

Die Fuerzas Revolucionarias de Colombia (FARC) haben die für den 14. Februar vorgesehene Freilassung von drei Geiseln verschoben. Die Rebellen hatten zuvor zugesagt, dass sie zwei Polizisten am Donnerstag, 14. Februar, 17. 00 Uhr Ortszeit, an eine Delegation des Internationalen Roten Kreuzes und der Nichtregierungsorganisation Frieden für Kolumbianer übergeben würden. Auch ein festgehaltener Soldat sollte am Samstag, 16. Februar, aus der FARC-Gefangenschaft entlassen werden. Alle drei Geiseln waren am 25. Januar von der FARC gekidnappt worden. Einen neuen Termin für die Übergabe gibt es bisher nicht.

Als Grund für die Verzögerung der Freilassung gab die Guerilla die erhöhte Medienpräsenz in der Region Cauca an, wo die Übergabe stattfinden sollte. Dem Konvoi des Roten Kreuzes waren mehrere Medienfahrzeuge gefolgt. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos verurteilte die Entscheidung als inakzeptabel und forderte die umgehende Freigabe der Geiseln. „ Es ist absolut nicht nachvollziehbar, warum die Anwesenheit von Medien, die nicht einmal von der Regierung kontrolliert werden, der Grund dafür sein soll, die Polizisten weiterhin ihrer Freiheit zu berauben“, so der Regierungschef bei einer Pressekonferenz.

Die Geiselnahme vom 25. Januar war die Erste seit dem Beginn der Friedensverhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC Mitte Oktober in Oslo. Sie ist Teil einer erneuten intensiven Gewaltanwendung seitens der Rebellen. Diese hatte zwischen dem 20. November und dem 20. Januar einen einseitigen Waffenstillstand aufrecht erhalten. Seit dem Ende dieser Waffenruhe ist es vermehrt zu Angriffen der FARC auf das Militär gekommen, bei denen es auf beiden Seiten Tote und Verletzte gab. In nationalen und internationalen Medien werden diese Ereignisse als eine große Belastung für die Friedensverhandlungen gewertet. (aj)