Argentinien |

Frauen demonstrieren für Legalisierung von Abtreibung

Unter dem Motto »Legale Abtreibung, sicher und gratis« sind in Argentiniens 16 Provinzen mehrere Tausend Frauen gegen die Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen auf die Straßen gegangen. Anlässlich des »Aktionstages für die Straffreiheit von Abtreibungen in Lateinamerika und der Karibik« forderten die Aktivistinnen den nationalen Gesetzgeber am Dienstag zur Verabschiedung eines entsprechenden Gesetzes auf.

»Wir fordern von der Justiz, dass sie die internationalen Abkommen für die Garantierung der Freiheit, Gesundheit und des Lebens der Frauen einhält«, wies Parlamentsabgeordnete Cecilia Merchán auf eine fehlende gesetzliche Regelung hin, welche »jede Art« des freiwilligen Schwangerschaftsabbruchs innerhalb der ersten zwölf Schwangerschaftsmonate legalisiere. »Jede Frau, die eine Schwangerschaft abbrechen will nimmt durch die Anwendung des Strafrechts das Risiko in Kauf ins Gefängnis zu kommen«, so die Abgeordnete, die vor den 16 Provinzgerichten zusammen mit 240 Sozialverbänden
Verfassungsklage gegen das aktuelle Strafrecht einreichte.

Laut Regierungsangaben kommt es jedes Jahr zu 460 000 Abtreibungen, die das Gesetz in Argentinien im Falle von Gesundheitsgefährdung der Schwangeren, Vergewaltigung bzw. Missbrauch an einer Frau mit körperlicher oder geistiger Behinderung erlaubt. Der freiwillige Abbruch aber ist bis heute illegal.
Laut Merchán kommt bei den jährlich 60 000 heimlichen Abtreibungen, die vor allem Frauen im Alter zwischen 10 und 24 Jahren unter medizinisch riskanten Bedingungen vornehmen lassen, jeden zweiten Tag eine Frau ums Leben. Auch aus Uruguay werden ähnliche Zahlen vermeldet, alle zwei Minuten werde im Nachbarland eine Schwangerschaft illegal abgebrochen. Aus Regierungskreisen hieß es, das Parlament werde sich Ende Oktober mit einer Gesetzes-Novelle befassen. (bb)