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Franziskus trifft sich mit Maduro und Opposition

Die politische Krise in Venezuela erreicht nun auch den Vatikan. Venezuelas Präsident Nicolas Maduro wird nach einem Bericht des Internetportals "Urgente 24" am 17. Juni mit Papst Franziskus zusammentreffen. Nur zwei Tage später erwartet das südamerikanische Kirchenoberhaupt auch den oppositionellen Parlamentarier und Fraktionsvorsitzenden der "Accion Democratica" Edgar Zambrano. Beobachter erwarten, dass sich Papst Franziskus dabei ein genaues Bild über die Lage in Venezuela machen möchte. Seit den Wahlen am 14. April stehen sich Regierung und Opposition unversöhnlich gegenüber. Die Opposition wirft dem Wahlsieger Maduro Betrug vor. Zwar bestätigte eine Stimmenneuauszählung das Wahlergebnis, doch Hinweise der Opposition auf Manipulationen außerhalb des automatisierten Wahlprozesses wurden vom staatlichen Wahlrat nicht überprüft.

Papst Franziskus hatte sich im April „ernsthaft besorgt“ über die Entwicklung in Venezuela geäußert. Er mahnte die politischen Verantwortlichen in Caracas, „jede Art von Gewalt entschieden abzulehnen und einen Dialog aufzunehmen“. Es müssten „gerechte und friedliche“ Lösungen gefunden werden, um die großen Schwierigkeiten, in denen sich Venezuela gegenwärtig befinde, zu überwinden. Der Dialog müsse der Wahrheit verpflichtet sowie von gegenseitigem Respekt und der Sorge um das Gemeinwohl geprägt sein, forderte der Papst. Alle Katholiken im Land rief er auf, für eine solche Versöhnung einzutreten und zu beten.

Maduro hatte mit blumigen Worten im März den verstorbenen ehemaligen Revolutionsführer Hugo Chavez für die erste Wahl eines Südamerikaners zum Kirchenoberhaupt „verantwortlich“ gemacht: "Wir wissen, dass unser Kommandant (Hugo Chavez) in diese Höhen aufgestiegen ist und nun Christus gegenüber sitzt. Irgendetwas hat beeinflusst, dass ein südamerikanischer Papst gewählt wurde." (TK)