Kolumbien, Kuba |

FARC verkündet Waffenstillstand

Zu Beginn der zweiten Runde der Friedensgespräche zwischen den Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC) und der kolumbianischen Regierung hat Ivan Marquez von der FARC-Führung einen einseitigen Waffenstillstand angekündigt. Marquez gab am Montag in Havanna bekannt, dass die Rebellen der FARC vom 20. November bis 20. Januar jegliche Angriffe sowie Sabotageakte einstellen werden. „Dieser Schritt soll dazu beitragen, ein Klima des gegenseitigen Verstehens zu schaffen, das für einen Dialog notwendig ist“, erklärte Marquez zu Beginn der Verhandlungen.

Kein Vertrauen in die FARC

Die kolumbianische Regierung ließ sich durch diese Ankündigung nicht von ihrem Kurs abbringen. Wenige Stunden nach der Rede von Marquez machte Verteidigungsminister Juan Carlos Pinzon deutlich, dass die Regierung der FARC nicht traue. „Wir hoffen, dass die FARC ihr Versprechen hält. Die Geschichte zeigt uns jedoch, dass die Organisation bisher ihr Wort nie gehalten hat“. Pinzon betonte außerdem, dass ein derzeitiger Waffenstillstand keinen Einfluss darauf haben wird, dass die Justiz jegliche Verbrechen seitens der FARC, die die Verfassung verletzt haben, verfolgen wird. Schon vor dem Beginn der Verhandlungen zwischen den beiden Parteien kündigte Präsident Juan Manuel Santos an, die Waffen auch für die Zeit der Friedensgespräche nicht niederzulegen.

In der am Montag begonnenen Runde der Friedensgespräche werden die kolumbianische Regierung und die FARC in fünf unterschiedlichen Punkten verhandeln. Zu Beginn steht die Landfrage auf der Agenda. Dieses Thema gilt als Ursprung des seit mehr als 50 Jahre andauernden Konflikts und soll somit als Grundlage für alles Weitere zuerst geklärt werden. (aj)

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