Kolumbien, Kuba |

FARC und Regierung erzielen Teilerfolg in Friedensverhandlungen

Nach Monaten der Stagnation konnten die Delegationen der Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC) und der der kolumbianischen Regierung bei den Friedensverhandlungen in Havanna endlich wieder einen Erfolg erzielen. Die beiden Parteien einigten sich ein gutes Jahr nach der Aufnahme der Gespräche über den zweiten Punkt der Agenda - die politische Partizipation der Rebellen, sollte es zu einem Friedensvertrag kommen. In dem Abkommen ist festgehalten, dass es in Zukunft in Kolumbien eine demokratische öffnung geben soll. Dies bezieht sich vor allem auf mehr Garantien dafür, dass die Opposition ihre politischen Rechte ausüben kann.

Weiterhin ist in der Übereinkunft festgehalten, dass es im Transitionsprozess, direkt im Anschluss an den eventuellen Friedensvertrag, oppositionellen Gruppen erleichtert werden soll, politische Parteien zu gründen. Dies könnte für die FARC von besonders großer Wichtigkeit sein. So soll in Zukunft der Pluralismus, die politische Inklusion unterschiedlicher Gruppen sowie die Transparenz im politischen Alltag Kolumbiens erhöht werden. Das Abkommen über die politische Partizipation der FARC ist der zweite Punkt auf der Agenda der Verhandlungen, in dem die Parteien eine Einigung erzielen konnten. Im Mai dieses Jahres legten die FARC und die kolumbianische Regierung die Rahmenbedingungen für eine umfassende Landreform fest. Die ungleiche Landverteilung in Kolumbien gilt als ursächlich für den seit mehr als fünf Dekaden andauernden bewaffneten Konflikt.

In der nächsten Runde der Friedensgespräche werden sich diese dann dem dritten Agendapunkt widmen- der Umgang mit illegalen Drogen und ihrem Handel. Der Kokainhandel gilt als die Haupteinnahmequelle der Guerilla. Weitere Verhandlungspunkte sind anschließend die Entwaffnung der FARC-Rebellen, die weiterhin mit schätzungsweise 8.000 Kämpfern aktiv ist, und die Entschädigung der Opfer des bewaffneten Konflikts. (aj)

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