Kolumbien |

Farc-Guerilla sagt "Danke Benedikt"

Die linksgerichtete Guerilla-Organisation Farc hat die Verdienste von Papst Benedikt XVI. um die aktuell in der kubanischen Hauptstadt stattfindenden Friedensgespräche mit der kolumbianischen Regierung gewürdigt: "Die Farc wird nicht vergessen, dass der Vatikan vorbehaltlos die Friedensgespräche in Havanna unterstützt hat. Danke Benedikt", heißt es in einer am Dienstag (Ortszeit), 12. Februar, in Havanna veröffentlichten Stellungnahme.

Benedikt XVI. hatte im September 2012 die anstehenden Friedensgespräche ausdrücklich begrüßt und seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, der Prozess werde von einem "Willen zur Vergebung und Versöhnung und einer aufrichtigen Suche nach dem Gemeinwohl" geprägt sein. Unterdessen hat die Farc-Führung die kolumbianische Bischofskonferenz zu einer Diskussion über den Friedensprozess in dem südamerikanischen Land eingeladen. Wie die Tageszeitung "El Colombiano" aus Medellin berichtet, dankte Farc-Sprecher Ivan Marquez dem Präsidenten der Bischofskonferenz, Kardinal Ruben Salazar Gomez, für die Unterstützung des Friedensprozesses. "Wir möchten Ihnen gegenüber bekräftigen, dass wir nach Havanna gekommen sind, um einen Frieden für Kolumbien zu suchen", schrieb Marquez an den Erzbischof von Bogota.

Die Friedensgespräche zwischen der Farc und der Regierung begannen Mitte Oktober in Oslo und werden seitdem in Etappen in Havanna fortgesetzt. Kolumbiens Unterhändler stellten in Aussicht, die Farc nach einer Einigung als politische Partei anzuerkennen. Die Farc entstand 1964. Mit rund 9.200 Kämpfern ist sie die größte lateinamerikanische Rebellenorganisation. Ihr werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Die Europäische Union stuft sie als Terror-Organisation ein.

Nicht in die Verhandlungen mit einbezogen ist die zweitgrößte Rebellengruppe ELN, die nach eigenen Angaben zwei deutsche Geiseln in ihrer Gewalt hat. Die marxistische ELN hatte sich Anfang letzten Jahres mit der Bitte an die katholische Kirche gewandt, sich für Friedensgespräche mit der Regierung einzusetzen. Trotz der Bemühungen der Kirche entschied sich die Regierung aber nur für Gespräche mit der Farc.

Quelle: KNA