Uruguay |

Fahrräder und Computer im Tausch gegen illegale Waffen

Das uruguayische Innenministerium hat gestern den Start der Kampagne „Armas para la vida“ (Waffen für das Leben) bekannt gegeben. Die Regierung hofft, dass mit dieser Initiative viele Bürger und Bürgerinnen freiwillig illegale Schusswaffen im Tausch gegen eine „Waffe für das Leben“ abgeben. Außerdem solle der bewusste und verantwortungsvolle Umgang mit Waffen durch diese Maßnahme gefördert werden, berichtet die Nachrichtenagentur TeleSur unter Berufung auf eine Erklärung des Innenministeriums. Man wolle auf „ein harmonischeres Zusammenleben hinarbeiten“, so das Ministerium.

Nach regionalen Pressemeldungen sind in Uruguay rund 500.000 Waffen registriert. Schätzungen gehen davon aus, dass sich noch einmal so viele Waffen illegal im Land befinden. Das würde bedeuten, dass durchschnittlich jeder dritte der 3,2 Millionen Einwohner des Landes eine Waffe besitzt.

Die Strafen für illegalen Waffenbesitz und illegalen Waffenhandel sollen erhöht werden. Parallel zur Entwaffnungskampagne solle mit der Aktion „Tenencia Responsable“ (Verantwortungsvoller Besitz) dafür geworben werden, dass Bürger die ihre Waffen nicht abgeben wollen, diese registrieren und sich entsprechend ausbilden lassen.

Höhere Strafen für illegalen Waffenbesitz

Über einen entsprechenden Gesetzesentwurf muss nun das Parlament diskutieren. Der Entwurf sieht vor, dass die Bevölkerung nach dem Beschluss der Novelle noch ein halbes Jahr Zeit hat, um illegale Waffen zu legalisieren oder abzugeben. Anschließend soll illegaler Waffenbesitz mit Gefängnisstrafen von bis zu zwölf Jahren bestraft werden.

Bei den im Tausch gegen Waffen ausgehändigten Computern handele es sich um Laptops des sozialen Bildungsprojekts Plan Ceibal handelt, der seit 2007 Kinder mit mobilen Computern ausstattet. Der Tausch „Waffe gegen Fahrrad“ werde vom Techniklabor LATU sowie vom Tourismusministerium über das Programm für Fahrradwege und Inlandstourismus abgewickelt, berichtet die Zeitung Clarín.

Die Uruguayer besäßen vor allem Pistolen und andere kleinkalibrige Waffen, die zur Selbstverteidigung dienen sollten, erklärte der Vorsitzende der Vereinigung für die Entwaffnung der Zivilbevölkerung, Gustavo Guidobono, gegenüber Pressevertretern. Uruguay sei das am stärksten bewaffnete Land in Lateinamerika, so Guidobono. Auch weltweit befinde sich Uruguay unter den zehn Ländern mit der höchsten Waffendichte pro Einwohner. (bh)