Kolumbien |

Exhumierung von zivilen Opfern des Konflikts

(Symoblbild) Wandmalerei in Bogotá gegen Gewalt. Foto: Adveniat/ Jürgen Escher

In Kolumbien geht die Aufarbeitung des Bürgerkriegs weiter:  Das Sondergericht für den Frieden (JEP) in Kolumbien hat veranlasst, in einem Friedhof im Departement Antoquia ein Massengrab auszuheben.  In dem Grab vermuten die Behörden über 50 Leichen, die von der Armee ermordet worden seien, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. 

In dem Ort Dabeida seinen demnach Männer von 15 bis 56 Jahren außergerichtlich exekutiert und heimlich vergraben worden. Bei den Opfern handelt es sich um "falsos positivos", heißt es in der Mitteilung des Gerichts. "Falsos positvios" sind Zivilisten, die von Soldaten der Armee getötet wurden und später als gefallene Guerilla-Kämpfer ausgaben wurden. Durch diese Praxis versprachen sich die Militärs Geldprämien, Sonderurlaub oder in der Hierarchie aufzusteigen.

Bisher seien in der Ortschaft Dabeiba sieben Männer exhumiert worden, berichtet die Tageszeitung "El Espectador". Mit am Tatort waren beteiligte Soldaten, die sich als Zeugen zur Verfügung stellten. Insgesamt wurden Schätzungen zufolge so 2250 Unschuldige ermordet, die meisten von ihnen Männer aus armen Verhältnissen. Der Zeitraum der Morde fällt in die Jahre von 2006 bis 2008, damals regierte Präsident Álvaro Uribe. Bisher ist keiner der Fälle vor Gericht gebracht worden, kritisiert das JEP. 

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